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Forschung zur Smart City

Braunschweig ist die forschungsintensivste Region in der EU (Eurostat regional yearbook 2021 (Öffnet in einem neuen Tab), S. 142: "The highest R&D intensity was recorded in Braunschweig") und weist eine der höchsten Beschäftigungsraten an Vollzeit-Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf (Ebd., S. 149). Dies ist zum einen auf die vielen Forschungsakteure in der Region zurückzuführen, zum anderen auf ihre effektive Vernetzung im Rahmen konkreter gemeinsamer Projekte. Nachfolgend stellen wir Ihnen ausgewählte Forschungsprojekte und -aktivitäten aus Braunschweig vor, in denen Konzepte und Anwendungen für die Smart City entwickelt und erprobt werden.

BraWo-Reallabor zur Untersuchung der Anwendungsmöglichkeiten von 5G

© DLR Verkehr

Gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) verfolgt das 5G-Reallabor die Erforschung und lebendige Darstellung praxisnahen Bedarfs und Einsatzmöglichkeiten von 5G als Schlüsseltechnologie im Kontext einer Smart Region/Smart City. 

Dazu wird ein offenes, sektorenübergreifendes Reallabor und Schaufenster für Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik sowie für Bürger bzw. die Gesellschaft aufgebaut und mit regionalen Plattformen und Testfeldern verknüpft. Damit soll eine Überführung von Ergebnissen in wirtschaftliche und regionale Wertschöpfungsketten sowie eine Skalierung von Lösungen gewährleistet werden.

Das 5G-Reallabor nutzt die lokalen Stärken der Mobilitätsregion und gliedert sich in zwei Module: Im Modul Braunschweig liegt der Fokus auf der Forschung und Transformation, im Modul Wolfsburg auf der Anwendung und dem Betrieb. In insgesamt 12 Teilprojekten finden innerhalb der Anwendungsfelder Mobilität (Straße, Schiene, Luft), eHealth und Smart Construction sowie technologieorientierte Querschnittsaktivitäten die Erprobungen statt.

In der Summe entsteht so ein 5G-Reallabor, in dem öffentliche 5G-Infrastruktur in Forschungsinfrastrukturen und kommunalen Infrastrukturen integriert und einem breiten Expertenkreis aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zur Verfügung stehen wird.

Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM)

© DLR

Mit der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM) ist mit Unterstützung des Bundes, des Landes Niedersachsen und der Stadt Braunschweig eine deutschlandweit einzigartige Großforschungsanlage entstanden, die das komplette Spektrum der Verkehrsforschung abbilden kann. Je nach Fragestellung wird die Basisinfrastruktur ständig erweitert und an neue Aufgaben angepasst. So können wissenschaftliche Einrichtungen, aber auch kleine, mittelständische und große Unternehmen individuell an „ihren“ Themen forschen und ihre Inventionen in Innovationen umsetzen. 

Eine Kreuzung am Braunschweiger Innenstadtring wurde für Forschungszwecke zu einer Forschungskreuzung als Teil der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM) ausgerüstet. Sensorsysteme (Radar, Mono- und Stereokameras) erfassen die Verkehrssituation, um damit das Verhalten von Verkehrsteilnehmern besser verstehen zu können. Dabei wird sowohl der motorisierte als auch der nicht-motorisierte Verkehr betrachtet. Solche Untersuchungen bilden die Basis für innovative Lösungen und Technologien für mehr Sicherheit und Leistungsfähigkeit im (städtischen) Verkehr.

Patientenzimmer der Zukunft

© Tom Bauer/TU Braunschweig

Architektur kann Infektionen im Krankenhaus verhindern. Wie das geht, zeigt das begehbare Modell eines neuartigen Patientenzimmers. Entwickelt von einem Team aus den Bereichen Architektur, Medizin und Molekularbiologie im Forschungsprojekt KARMIN. Nachdem der Prototyp im vergangenen Jahr auf dem Gelände der Charité in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, soll das Patientenzimmer jetzt unter der Federführung des Instituts für Konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbau (IKE) der TU Braunschweig, des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST und des Städtischen Klinikums Braunschweig zu einem anwendungsorientierten Forschungs- und Studienlabor werden. Errichtet wird der Demonstrator auf einer Freifläche des Klinikums am Standort Naumburgstraße.

Forschungswohnungen

© Pixabay

Insgesamt 20 Wohnungen der Nibelungen Wohnbau GmbH wurden mit Sensorik und Auswertesystemen ausgestattet. Sie erheben einflussfrei Ambiente gesundheitsbezogene Daten. Im Rahmen von zwei Studien wurden die Daten mit etablierten diagnostischen Instrumenten für zwei Krankheitsfelder (Herzinsuffizienz und chronisch-progrediente sowie rezidivierende psychische Erkrankungen) korreliert. Beide Studien zielten darauf ab, technisch-organisatorische Machbarkeit zu erreichen, konkrete Versorgungsprozesse in das Wohnumfeld hinein zu erweitern und eine stärkere intersektorale Kopplung zu generieren.

Forschungsflughafen Braunschweig

© Stadt Braunschweig/ Daniela Nielsen

Der Forschungsflughafen im Norden Braunschweigs ist eines der wichtigsten Zentren für Mobilitätsforschung in Europa. Das in dieser Form einzigartige Mobilitätscluster umfasst zahlreiche international angesehene Forschungszentren und Bundesforschungsinstitute wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Luftfahrt-Bundesamt und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sowie das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik und das Niedersächsische Forschungszentrum für Luftfahrt.

Niedersächsisches Forschungszentrum Fahrzeugtechnik

© Foto: Braunschweig Zukunft GmbH/ Jürgen Sperber

Das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) ist ein Zentrum der TU Braunschweig und eines der modernsten Zentren für Mobilitätsforschung an einer deutschen Universität. Es konzentriert sich auf zukunftsträchtige Themen der fahrzeug- und verkehrstechnischen Forschung. Aus den bestehenden sozialen, ökologischen und ökonomischen Anforderungen an die Entwicklung von fahrzeugbezogener Technologien und Nutzungsmodelle hat das NFF die Vision der Nachhaltigen Mobilität erarbeitet. Diese wird in fünf wissenschaftlichen Forschungsfeldern umgesetzt und soll nachhaltig die individuellen Mobilitätsbedürfnisse in Ballungsräumen sicherstellen.