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Sogenannter Ausländerfriedhof- Ruhestätte der Opfer des Nationalsozialismus

Stadtfriedhof, Abteilung sog. Ausländerfriedhof – Ruhestätte der Opfer des Nationalsozialismus

Im Jahr 1944 legte die Stadt Braunschweig die zeitgenössisch als „Ausländerfriedhof“ bezeichnete Begräbnisstätte für Menschen unterschiedlicher Nationalitäten an. Vorausgegangen waren wiederholt alliierte Bombenangriffe auf die Stadt als Antwort auf den durch das nationalsozialistische Unrechtsregime entfesselten Zweiten Weltkrieg. Die massive Zunahme der Todesfälle machte die Neuerschließung dieser Bestattungsfläche notwendig.

Auf dem „Ausländerfriedhof“ wurden vor allem die Opfer des nationalsozialistischen Systems der Zwangsarbeit bestattet. Unter dem Begriff Zwangsarbeiter werden Menschen, die zur Arbeit im nationalsozialistischen Deutschland zwangsverschleppt worden waren, zur Arbeit eingesetzte Kriegsgefangene und Häftlinge zusammengefasst. Ab 1942 erfolgten verstärkt Deportationen von Arbeitskräften für Industrie und Wirtschaft vor allem aus Osteuropa – sog. Ostarbeiter aus den Teilrepubliken der Sowjetunion und Polen –, aber auch aus anderen europäischen Nationen.

Neben den Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern fanden hier auch Fremdarbeiter und Kriegsgefangene unterschiedlicher Nationalitäten ihre letzte Ruhestätte.

In den Jahren 1944 bis 1974 wurden rund 1.900 größtenteils namentlich identifizierbare Opfer des nationalsozialistischen Unrechtssystems in Erd- und Urnenbestattungen beigesetzt.

Im Zuge der Suchaktionen nach Angehörigen der alliierten Streitkräfte in den 1940er und 
1950er Jahren wurde eine große Anzahl von Opfern aus Westeuropa exhumiert. Sie konnten teils in ihre Heimatländer, teils an zentrale Gedenkstätten überführt werden. Auf den freigewordenen Flächen erfolgten teilweise Nachbestattungen. 

Während der den deutschen Bombenopfern vorbehaltene „Zivile Ehrenfriedhof“ von Anfang an als Gedenkort konzipiert worden ist, wurde der „Ausländerfriedhof“ erst mit der Anlage dreier Denkmale für polnische, sowjetische und ukrainische Opfer in den Jahren 1945 bis 1947 als Erinnerungsort erkennbar. Ab diesem Zeitpunkt wurden für die Verstorbenen Grabsteine gesetzt und damit die Möglichkeit zur würdigen Erinnerung gegeben.

Diese Internetseite befindet sich im Auf- und Umbau. Weitere Informationen zum Friedhof und den dort Bestatteten werden in den folgenden Wochen ergänzt. Wir bitten um Ihr Verständnis!