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01.01.2007 - Eine Reihe von größeren Bränden hielt die Feuerwehr Braunschweig Silvester in Atem

Einen ungewöhnlich unruhigen Jahreswechsel erlebten die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in diesem Jahr.
Während am Silvestermorgen noch der Sturm die Einsatzkräfte beschäftigte, musste die Feuerwehr in der Silvesternacht gleich eine Reihe von größeren Bränden gleichzeitig bewältigen. Bei Bränden in der Bruchstraße, Gliesmaroder Str., am Mittelweg  und in Dibbesdorf wurden mehrere Menschen verletzt und es entstand ein Sachschaden von mehreren Hunderttausend Euro.
Die Rettungsdienste waren im Dauereinsatz. Schwerste Verletzungen zog sich ein 6 Jähriger zu als ihn eine Silvesterrakete traf und in seiner Jacke verfing.

Brandeinsatz Bruchstraße:
31.12.2006  20:50Uhr

Ein Brandeinsatz in einem Etablissement in der Bruchstraße beschäftigte am Silvesterabend den Löschzug der Hauptwache. Aus bisher nicht geklärten Umständen brannte dabei ein Zimmer im Erdgeschoss aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr breitete sich der Rauch bereits durch das Treppenhaus und Spalten in den Decken in die Obergeschosse aus. Durch den Einsatz von zwei Rohren und mehreren Trupps gelang es jedoch das Feuer innerhalb von kurzer Zeit unter Kontrolle zu bringen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Personen, die sich zum Brandausbruch im Gebäude befanden, konnten das Haus noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr verlassen. Eine Person wurde mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht, eine weitere wurde durch den Rettungsdienst am Einsatzort betreut.
Es entstand ein Schaden von ca. 50 000€. Die Polizei ermittelt zur Brandursache.

Brandeinsatz Dibbesdorf, Kreuzbergstraße
01.01.2006 01:13Uhr

Zwei Carports und ein VW Golf wurden bei einem Brand in Dibbesdorf zerstört. Eine große Anzahl von Anrufern hatte den Brand bei der Feuerwehr-leitstelle gemeldet. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Ortsfeuerwehr Dibbesdorf schlugen die Flammen bereits auf die benachbarten Reihenhäuser. Mithilfe der Drehleiter konnte ein Übergreifen auf ein benachbartes Haus verhindert werden. Zur Sicherheit wurde eine Wohnung, in der die Bewohner nicht anwesend waren, geöffnet um sie auf Brandnester zu kontrollieren.
Zur Ursache wird noch ermittelt. Der Schaden beträgt  ca. 30 000€.

Brandeinsatz Mittelweg:
01.01.2007 01:19Uhr

Durch feiernde Gäste einer Silvesterparty wurde am frühen Neujahrsmorgen ein ausgedehnter Brand in einem Hinterhofgebäude am Mittelweg gemeldet. Beim Eintreffen schlugen den Einsatzkräften acht Meter hohe Flammen entgegen, das Erdgeschoss des wahrscheinlich leerstehenden Gebäudes brannte bereits in voller Ausdehnung und drohte auf ein viergeschossiges Wohngebäude überzugreifen. Mit insgesamt fünf Rohren und einem Wasserwerfer gelang es den Einsatzkräften ein Übergreifen auf das Nachbarhaus zu verhindern. Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Ortsfeuerwehren Ölper, Rühme und Innenstadt waren bis in die Morgenstunden mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt. Unterstützt wurden Sie durch einen großen Bagger des THW, mit dem Teile des Gebäudes abgetragen wurden um besser an Glutnester heranzukommen.
Ersten Schätzungen zufolge entstand ein Schaden von ca. 150 000€. Die Polizei ermittelt zur Brandursache.

Brandeinsatz Gliesmaroder Str.:
01.01.2007 01:27Uhr

Dramatisch stellte sich die Situation für die eintreffenden Einsatzkräfte bei einem Wohnungsbrand im 3.OG eines Wohnhauses dar. Im 4.OG stand eine Person rauchumhüllt im Fenster und wollte aus Angst vor dem Feuer aus dem Fenster springen. Im 3.OG schlugen die Flammen bereits aus dem Fenster. Zur Sicherheit wurde in Sekundenschnelle ein Sprungpolster aufgestellt. Parallel gelang es den Einsatzkräften mit der Drehleiter der Südwache den Mann vor dem gefährlichen Sprung zu retten. Er wurde mit Rauchgasverletzungen dem Rettungsdienst übergeben. Den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr, der Ortsfeuerwehren Hondelage, Querum und Volkmarode gelang es nach einer halben Stunde den Brand in der Wohnung zu löschen. Nach einer Stunde verließen die Einsatzkräfte die Einsatzstelle.
Es entstand ein Schaden von ca. 20 000€. Näheres zur Brandursache wird durch Polizei ermittelt.

sonstige Brandeinsätze:

Auch außerhalb der o.g. dramatischen Einsätze größeren Ausmaßes wurde eine Reihe von anderer Brandeinsätze wie z.B. Containerbrände, Brände in Gebüschen und brennende PKWs,  im Stadtgebiet bearbeitet. Insgesamt wurden von Silvestermittag bis zum Neujahrsmorgen 33 Brandeinsätze und 20 Hilfeleistungseinsätze durch die Feuerwehr Braunschweig bearbeitet.

Einsatzgeschehen aufgrund des Sturmes:
31.12.2006

Aufgrund des Sturmtiefes Karla hatte die Feuerwehr auch im Vorfeld der Silvesternacht gut zutun. Im gesamten Stadtgebiet kam es jedoch glücklicherweise nur zu kleineren Schäden durch den Sturm.
Ein umgestürztes Baugerüst am Penny-Markt  in Watenbüttel beschäftigte bereits in der der Nacht zu Silvester die Ortsfeuerwehr Watenbüttel. Beschädigte Dächer mussten durch die Drehleitern der Berufsfeuerwehr in der Kuhstraße und in der Südstraße gesichert werden, nachdem Dachziegeln auf die Straße gefallen waren. In der Celler Straße und der Unstrutstraße drohten Fenster, die vom Sturm aufgerissen worden waren auf den Gehweg zu stürzen. Im Bereich Schwarzer Berg und Riddagshausen waren mehrere Bäume umgestürzt und wurden zerlegt. Eine Standuhr im Magniviertel und mehrere Leuchtreklamen wurden im  Verlaufe des Tages gesichert. Auch der Bauzaun der Baustelle Schloss hatte dem Sturm nicht standgehalten. Er musste in der Nacht zum Sonntag gleich mehrfach von der Straße geräumt werden. Bis zum Abend musste die Feuerwehr Braunschweig zu insgesamt 14 wetterbedingten Einsätzen ausrücken.

Rettungsdiensteinsatzgeschehen:

Besonders tragisch endete die Silvesternacht für einen sechsjährigen Jungen, der von einer Silvesterrakete getroffen wurde. Diese verhakte sich in seiner Jacke und fügte ihm schwere Verbrennungen am Kopf und Oberkörper zu. Er musste noch in der Nacht mit dem Rettungswagen in eine Spezialklinik nach Hannover gebracht werden.
Hand- und Augenverletzungen durch Böller, Bewusstlosigkeit als Folge überhöhten Alkoholgenusses und Verletzungen nach kleineren Rangeleien beschäftigten die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes. Insgesamt wurden von Silvestermorgen bis Neujahrmorgen 180 Einsätze im Rettungsdienst gefahren.
Aufgrund des Einsatzgeschehens waren in der Silvesternacht zeitweise bis zu 13 Rettungswagen der Berufsfeuerwehr und der Hilfsorganisationen gleichzeitig im Einsatz.

Ansprechpartner:
Brandamtsrat Thomas Stalinski
Brandoberinspektor Andre Völzke
Brandoberinspektor Christoph Kluger
Brandinspektor Frank Hermanns

 

erstellt durch F. Hermanns


 

Bruchstr.:Das ausgebrannte Zimmer im Erdgeschoss© Stadt Braunschweig, Fachbereich Feuerwehr
Bruchstr.:Umfangreiche Nachlöscharbeiten und Kontrollen waren an dem alten Gebäude notwendig© Foto Stefan Schulz
Bruchstr.:Das ausgebrannte Zimmer im hinteren Bereich des Hauses© Stadt Braunschweig Fachbereich Feuerwehr
Mittelweg: Umfangreiche Löscharbeiten© Stadt Braunschweig Fachbereich Feuerwehr
Mittelweg: Zeitweise drohte das Feuer auf benachbarte Häuser überzugreifen!© Stadt Braunschweig, Fachbereich Feuerwehr
Mittelweg: Für die Nachlöscharbeiten musste das Gebäude teilweise eingerissen werden.© Stadt Braunschweig, Fachbereich Feuerwehr