Klimafreundliche Schulgestaltung Gymnasium Martino-Katharineum

Neugestaltung des Schulhofs

Im Zuge der Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen am bestehenden Schulgebäude, wird der Schulhof neu angepasst und in Stand gesetzt. Die bestehenden Angebote für die Schülerinnen und Schüler bleiben im Wesentlichen erhalten, werden teilweise neu geordnet und ergänzt.

Es entstehen zusätzliche Fahrradstellplätze, der vorhandene Brunnen wird versetzt, die Kletterwand verlegt und die Cafeteria erhält eine Außenterrasse. Der Schulhof wird zudem durch ein Streetballfeld ergänzt und aufgewertet.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Ein zentraler Aspekt ist der Umgang mit anfallendem Niederschlagswasser. Ein Großteil der Belagsflächen wird wasserdurchlässig ausgeführt. Zusätzlich ist unter dem Parkplatz ein groß dimensioniertes Reservoir zur Sammlung des Niederschlagswassers von Dach- und Belagsflächen vorgesehen. Das gespeicherte Wasser soll sowohl zur Bewässerung der Schulhofbepflanzung als auch zur Versorgung der Schultoiletten im Erweiterungsbau genutzt werden.

Visualisierung Wartungsgang Süden© springmeier architekten gbr

Begrünte Dach- und Fassadenflächen

Als herausragende Maßnahme zur Förderung des Stadtbildes, der Verbesserung des Mikroklimas, zur Erhöhung der Biodiversität und zur Steigerung der Aufenthaltsqualität erhält der Erweiterungsbau neben einer Dachbegrünung eine umfangreiche Fassadenbegrünung.

Auf der West-, Süd- und Nordseite ist diese als extensive, bodengebundene Fassadenbegrünung vorgesehen, die mithilfe von Rankhilfen aus Edelstahl mit Abstand zur Primärfassade geführt wird. Auf der Ostseite ist darüber hinaus eine intensive Fassadenbegrünung mit boden- und troggebundenen Pflanzungen inklusive Bewässerungssystem vorgesehen. Konstruktiv wird diese über eine Sekundärfassade in Form einer Stahlkonstruktion realisiert. Auch diese ist mit Abstand zur Fassade angeordnet und erhält im ersten und zweiten Obergeschoss jeweils einen Gitterrost-Laufgang. Der Zugang erfolgt ausschließlich über die Vorbereitungsräume und dient lediglich Wartungs- und Pflegearbeiten durch Fachpersonal. 

Die Bepflanzung erfolgt mit standortgerechten und insektenfreundlichen Pflanzen. Bei der Pflanzenwahl wird auf einen durchgehenden Blütenhorizont und Vogelnährgehölze geachtet. Zusätzlich werden ästhetische Aspekte wie Blüten- und Fruchtfarben, Herbstlaubfärbung und unterschiedliche Wuchshöhen berücksichtigt. So entsteht ein ganzjährig attraktives und ökologisch wertvolles Erscheinungsbild.

Mehrwert für Umwelt, Gebäude und Unterricht

Die begrünte Gebäudehülle trägt zur Verbesserung der Luftqualität, zur Rückhaltung und Nutzung von Regenwasser sowie zur Erhöhung der Biodiversität im stark versiegelten Umfeld bei. Gleichzeitig reduziert sie Schallreflexionen, senkt den Energiebedarf für Kühlung und Heizung und verlängert die Lebensdauer von Fassade und Dachhaut.

Darüber hinaus schafft sie vielfältige Bezüge zu den naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächern im Erweiterungsbau. Die Begrünungs- und Klimamaßnahmen können praxisnah in den Unterricht integriert werden, wodurch Schülerinnen und Schüler ökologische Zusammenhänge direkt erleben und erforschen können. Ergänzend ist ein wissenschaftlich begleitetes Monitoring vorgesehen, das mikroklimatische Effekte, die Entwicklung der Biodiversität sowie die Nutzung von Regenwasser dokumentiert, auswertet und langfristig für Lehr- und Lernzwecke nutzbar macht.

Eine Umsetzung der Gesamtmaßnahme ist schrittweise bis Ende 2029 vorgesehen.

Erste Maßnahmen beginnen im Sommer 2026.


Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • springmeier architekten gbr