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Hohes Mittelalter

Löwen- und Kaiserzeit

Heinrich der Löwe machte Braunschweig in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zum Zentrum seiner Macht und sorgte für den weiteren Ausbau der Stadt. Er stiftete Kirchen, ließ das Feuchtgebiet östlich der Oker trocken legen und gründete dort die neue Teilstadt Hagen. Nach seinem Tod entwickelte sich Braunschweig durch die Initiative der Bürger und kaiserliche Förderung rasch zur größten und einflussreichsten Binnenstadt in ganz Norddeutschland. Otto IV., der Sohn Heinrichs des Löwen, gewährte den Braunschweigern viele Privilegien, zum Beispiel die Zollfreiheit im ganzen Reich. So konnte sich die Stadt schließlich selbst mit mittelalterlichen Großstädten wie Köln und Frankfurt messen. 1247 trat Braunschweig als dritte Stadt nach Lübeck und Hamburg dem Hansebund bei.

Es wird eng in der Stadt.

Mit dem wachsenden Wohlstand der Bürger änderten sich auch die Wohnansprüche. Die Häuser wurden größer und haltbarer konstruiert. Es gab prächtige Fachwerkgebäude und zum Teil auch schon Steinhäuser. War die Bebauung früher noch eher locker gewesen, so schloss sich das Straßenbild nun zusehends. Die Stadt war auf Veranlassung Ottos IV. durch Mauern wie eine Festung gesichert worden. Das hatte bei dem stetigen Bevölkerungszuwachs zur Folge, dass die Häuser bald dicht beisammen standen.

Märkte sind das Zentrum mittelalterlichen Lebens.

Schauplatz und Mittelpunkt des Lebens waren die Märkte, allen voran der Altstadtmarkt. Dort wurde Handel getrieben und Gericht gehalten, fanden Zusammenkünfte und Prozessionen statt. Auch Brunnen wurden auf den Märkten angelegt. Als Reservoir für Lösch- und Trinkwasser waren sie von größter Bedeutung, denn fließendes Wasser gab es in den Häusern noch nicht. Oft waren die Brunnen im Stadtgebiet aber nicht ergiebig genug und wurden deshalb über Holz- oder Bleiröhren von Quellen in der näheren Umgebung gespeist.

Heinrich der Löwe und Kaiser Otto haben dafür gesorgt, dass Braunschweig wächst. Da ist es dann ganz schön eng in der Stadt geworden. In den Häusern gab es damals noch keinen Wasserhahn. Zum Trinken und Waschen musste man Wasser vom Brunnen holen.