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Auswanderer

Auswanderung aus Timmerlah

Es wird im Laufe der frühen Jahrhunderte immer wieder vorgekommen sein, daß jemand von Timmerlah nach außerhalb der braunschweigischen Grenzen verzogen ist. Wann der erste Timmerlaher sich entschloß, sein Glück in Übersee zu suchen, dürfte kaum herauszufinden sein. Frühestens im 17. Jahrhundert ist damit zu rechnen, wahrscheinlicher ist wohl das 18. Jahrhundert anzunehmen. Erste Nachrichten gibt es von der Mitte des 19. Jahrhunderts an#sdfootnote1sym1.

Das Herzoglich Braunschweigisch-Lüneburgische Staatsministerium erließ am 3. März 1846 in den Braunschweigischen Anzeigen (Stück 57) eine Bekannt-machung, wonach die Auswanderung von Braunschweigischen Untertanen der Stadtpolizei oder dem Herzoglichen Amt mitgeteilt werden mußte. Die lokalen Behörden wurden angewiesen, die Absicht der Auswanderer in den Braun-schweigischen Anzeigen bzw. in den jeweiligen Lokalblättern oder durch einen Aushang in den jeweiligen Gemeinden des Wohnorts anzuzeigen. Die Auswan-derungswilligen durften erst vier Wochen nach Bekanntmachung ihre Pässe erhalten.

Ihren Höhepunkt erreichte die braunschweigische Auswanderung 1854, in den Jahren danach sank sie dann stark ab, um ab 1864 wieder stärker zu werden. Nach 1871 ließ sie wiederum nach. Die Auswanderer stammten überwiegend zum einen aus der Handwerkerschaft (Schuhmacher, Schneider, Leineweber), zum anderen wanderten auf dem Lande vor allem Angehörige der unteren Schichten (Kinder von Kotsassen, Häuslinge, Tagelöhner) aus. Dies scheint auch für Timmerlah zu gelten.

Liste der aus Timmerlah ausgewanderten Personen:

Jahr

Anzahl

Stand

Alter

Ziel

1846

5 Personen

1 Häuslingsfamilie

37,36; 9,7,3

Amerika

1851

1 Person

1 Pastorensohn

21

Amerika

1857

3 Personen

2 Häuslingsöhne

22,13

Amerika

1 Tagelöhner

41

Amerika

1859

1 Person

1 (Frau)

27

Amerika

1871

2 Personen

1 Häuslingspaar

58,?

Amerika

1981

4 Personen

1 Familie

33,42; 19,18

Australien

Familie Meyer (1846)

  • Meyer Johann Christoph Theodor geb. 1809, Häusling, 1846 ausge- wandert nach Amerika

  • Meyer Regine Dorothee Henriette geb. 1810, Ehefrau

  • Meyer Auguste Christine Caroline geb. 1837, Tochter

  • Meyer Sophie Dorothee Henriette geb. 1839, Tochter

  • Meyer Caroline Conradine Henriette geb. 1843, Tochter

    Familie: Eltern: Meyer, Johann Konrad Kotsaß, und A.D. Rautmann

Herr Rosenbaum (1851)

  • Rosenbaum Friedrich Hermann Carl geb. 1830, 1851 ausgewandert nach Amerika

    Familie: Vater Rosenbaum, August, Pastor in Timmerlah 1827-1833, Superintendent

Die Brüder Blume (1857)

  • Blume Heinrich Friedrich Theodor geb. in Denstorf 1835, 1857 aus- gewandert nach Amerika

  • Blume Heinrich Friedrich Conrad geb. Timmerlah 1842, 1857 aus- gewandert nach Amerika

    Familie: Eltern: Blume, Heinrich Henning Häusling, und Dorothee H. A., geb. Bokelmann; offenbar wohnten sie zunächst in Denstorf, bevor sie nach Timmerlah zogen

Herr Neddermeyer (1857)

  • Neddermeyer Johann Jacob Theodor geb. 1816, Tagelöhner, 1857 ausgewandert nach Amerika

    Familie: Eltern: Neddermeyer, Johann Christoph, Häusling, und A.M.D. Roloff

    Cousin (?): Neddermeyer, Johann Jacob Ludwig, ab 1871 mit Frau in Amerika

Frau Lages (1859)

  • Lages Dorothee Wilhelmine geb. 1832, 1859 ausgewandert nach Amerika.

    Familie: Vater, eher Onkel ist evtl. Lages, Heinrich Conrad Anton geb 1.10.1815 in Tim. geboren (Personalakte Althaus I. 333)

Die Neddermeyers (1871)

  • Neddermeyer Johann Jacob Ludwig geb. 1813, Häusling, 1871 ausgewandert nach Amerika

  • Neddermeyer Ilse Dorothee, Ehefrau

    Familie: Eltern: Neddermeyer, Jacob Andreas Ehemann der K.D. Schwerdtfeger

    Cousin (?): Neddermeyer, Johann Jacob Theodor, seit 1857 in Amerika

Familie Dieter Tesche (1981)

  • Tesche Dieter geb. 1948, ausgewandert nach Australien

  • Tesche Ehefrau geb. 1939

  • Tesche Janette geb. 1962

  • Tesche Janine geb 1963

Literatur:

1) Im folgenden nach Gruhne, Fritz: Auswandererlisten des ehemaligen Herzogtums Braunschweig 1846 - 1871. Braunschweig 1971, Vorwort und für Timmerlah S. 216. (Gruhne benutzt als Quellen neben den Braunschweigischen Anzeigen die Kirchenbücher)

Der Artikel wurde von Kai Sauer aus Weimar verfasst und bisher nicht veröffentlicht