EN

Struktur und Aufbau der Präventionsarbeit

Netzwerk – Beirat – Koordination

Auf Initiative des damaligen Sozialdezernenten Ulrich Markurth versammelte sich im November 2007 erstmals ein großes Netzwerk aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, um Wege zum Umgang mit den Folgen von Kinder- und Familienarmut in der Stadt zu beraten. Damit wurde der Grundstein gelegt für eine Arbeit, die bis heute Verwaltung und freie Träger, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, die Arbeitsverwaltung, Stiftungen, Gewerkschaften, Bildungsträger und Betroffenenvereine verbindet.

Motor des Prozesses ist der Beirat gegen Kinder- und Familienarmut, das Arbeitsgremium des Netzwerks. Mittagessen für jedes Kind, finanzielle Unterstützung für Schulmaterialien und Schulsozialarbeit an Grundschulen waren die ersten Themen, die bearbeitet wurden.

Präventionsnetzwerk Kinderarmut

Den Vorsitz des Netzwerks hat Frau Dr. Christine Arbogast, Dezernentin für Soziales, Schule, Gesundheit und Jugend. Das Netzwerk tagt einmal im Jahr zu wichtigen und aktuellen Themen. Diskutiert werden die Umsetzung der Leitlinien im Rahmen der gemeinsamen Arbeit. Es findet ein Austausch über die Arbeit in den jeweiligen Institutionen statt, und der Beirat legt einen Rechenschaftsbericht seiner Arbeit und zum Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche ab.

Das Netzwerk setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der folgenden Institutionen:

  • Wohlfahrtsverbände
  • Kinderschutzbund 
  • Selbsthilfevereine
  • Vertreter der Glaubensrichtungen
  • DGB/GEW
  • Jobcenter
  • Volkshochschule
  • Jugendring
  • Stiftungen
  • Jugend-, Sozialverwaltung und Sozialreferat

Selbstverständnis des Beirates gegen Kinderarmut

Der Beirat gegen Kinderarmut ist ein selbstständiges Gremium des Präventionsnetzwerkes gegen Kinderarmut. Er setzt sich für von Armut betroffene Kinder und Jugendliche ein. Der Beirat versteht sich als Impulsgeber und Initiator für Themen und Sachverhalte in diesem Kontext.

Dabei geht es um Sensibilisierung für die Themen Armut und Teilhabegerechtigkeit und das Aufzeigen von Handlungsbedarfen sowie das Einfordern von Veränderungen in Verwaltung, Politik und allen anderen gesellschaftlich relevanten Bereichen.

Der Beirat ist das Arbeitsgremium des Präventionsnetzwerkes gegen Kinder- und Familienarmut und trifft sich regelmäßig alle 4 – 6 Wochen. Zu wichtigen Themen werden bei Bedarf Unterarbeitsgruppen gebildet, in die relevante Expert*innen einbezogen werden.

Der Beirat gegen Kinderarmut setzt sich zusammen aus Vertreter*innen der folgenden Institutionen (offene Liste):

  • Caritasverband Braunschweig e.V.
  • Diakonie im Braunschweiger Land gGmbH
  • Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
  • Dt. Kinderschutzbund Ortsverband Braunschweig e.V.
  • Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband BS SZ e.V.
  • Stadtelternrat der allgemein- und berufsbildenden Schulen BS
  • Verband alleinerziehender Mütter und Väter OV BS e.V.
  • Mütterzentrum/Mehrgenerationenhaus e.V.
  • RLSB – Regionales Landesamt für Schule und Bildung
  • Stadt Braunschweig
    • Sozialreferat
    • Fachbereich Schule
    • Fachbereich Kinder, Jugend und Familie

Die Geschäftsführung des Beirates wird von der Stelle Koordination gegen Kinderarmut im Sozialreferat der Stadt wahrgenommen.

Koordinierungsstelle Kinderarmut

Mit dem vom Rat der Stadt verabschiedeten Kommunalen Handlungskonzept Kinderarmut greift die Stadt eine Vielzahl von Anregungen und Vorschlägen des Beirates gegen Kinderarmut auf. Um diese umzusetzen, wurde auf der koordinierenden Ebene die Koordinationsstelle Kinderarmut geschaffen. Die damit verbundenen Aufgaben sind weder die einer zentralen Anlaufstelle, noch einer oder eines Beauftragten. Die Verwirklichung der Kinderrechte ist und bleibt auch mit dem Handlungskonzept eine Querschnittsaufgabe aller beteiligten Organisationseinheiten. Weder Zuständigkeit noch Verantwortung kann hier delegiert werden. Federführend in der Organisation und Planung des Prozesses ist das Sozialreferat.

Aufgaben der Koordinationsstelle Kinderarmut 

  1. Geschäftsführung des Präventionsnetzwerkes und des Beirates sowie Abstimmung der Aktivitäten
  2. Beratung, Orientierung und Unterstützung für Akteur*innen
  3. Unterstützung bei Projekt- und Programmentwicklung, Begleitung der Umsetzung des Handlungskonzeptes
  4. Hilfestellung bei Netzwerkbildung und Gestaltung von Übergängen zwischen den einzelnen Bestandteilen der Präventionskette
  5. Beobachten der Entwicklung und Benennen von Handlungsnotwendigkeiten und Möglichkeiten
  6. Geschäftsführung des Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche

Das Aufgabenspektrum beinhaltet demnach koordinierende Tätigkeiten, Beratung von Akteur*innen, Unterstützung und Begleitung bei der Umsetzung der Handlungsempfehlungen sowie die Geschäftsführung des Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche. Die Koordinationsstelle ist ausdrücklich keine weitere Anlauf- und Beratungsstelle für Bürger*innen. Sie kann bei Bedarf qualifiziert an zuständige Einrichtungen weiterverweisen. Eine Übertragung von Entscheidungskompetenzen vom Netzwerk oder Beirat ist nicht intendiert.

Runder Tisch Politik und Beirat gegen Kinderarmut

Auf Einladung des Sprechertandems im Beirat kommen einmal im Jahr Vertreter*innen der Ratsfraktionen mit den Mitgliedern des Beirates zusammen. Im Rahmen eines Dialogs findet ein Austausch statt, in dem der Beirat über seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte informiert und notwendige Handlungsempfehlungen ausspricht.

Stadt Braunschweig

Koordination Kinderarmut

Annette Rueß

Anschrift

Schuhstraße 24
38100 Braunschweig