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Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße

Am 7. Mai 2000 wurde die "Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße" der Öffentlichkeit übergeben. Neben einem Denkmal in der Form eines Podestes umfasst das von der Hamburger Künstlerin Sigrid Sigurdsson geschaffene Konzept der Gedenkstätte ein "Offenes Archiv", in dem Braunschweiger Einzelpersonen sowie örtliche Initiativen, Verbände und Institutionen ihre Erinnerungen und Gedanken hinterlegen können. Über 100 Kassetten wurden seit 1997 für das Archiv zusammengetragen, das im ehemaligen Invalidenhaus an der Schillstraße aufbewahrt wird. Teile des Inhalts der Kassetten werden nach und nach auf Tafeln auf dem Außengelände der Gedenkstätte installiert.

Bereits seit Mai 2000 hat der Arbeitskreis Andere Geschichte e.V. im Rahmen eines Vertragsverhältnisses die städtische Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße betreut. In langjähriger Arbeit ist es gelungen, den historischen Ort als zentrale Stätte der Erinnerungskultur an die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen und als gut frequentierten Lernort zu etablieren. Der Rat der Stadt hat am 12.6.2018 beschlossen, die Einrichtung künftig in die Trägerschaft des Vereins zu geben. Seit dem 1. Juli 2019 führt der Arbeitskreis Andere Geschichte
e. V. die Gedenkstätte nunmehr in eigener Verantwortlichkeit.

Aktuelle Entwicklungen

Die blaue Leuchtschrift...

„Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit“, die Bestandteil der Gedenkstätte Schillstraße ist, wurde im Zuge der Umgestaltung des Areals, das von der Volksbank BraWo erworben und als „BraWoPark“ einer neuen Nutzung zugeführt wurde, im Februar 2013 rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten demontiert, da sie an diesem Standort nicht verbleiben konnte. Die Gebäude auf dem ehemaligen Posthof, darunter auch jenes, das die Leuchtschrift trug, wurden abgerissen.

Die Volksbank und die Stadt Braunschweig haben in Gesprächen mit der Künstlerin Sigrid Sigurdsson sowie dem Arbeitskreis Andere Geschichte e.V., der im Auftrag der Stadt Braunschweig die Gedenkstätte betreut, eine neue konzeptionelle Lösung erarbeitet, die am authentischen Ort auf die Geschichte des KZ-Außenlagers verweist.

Auf dem Parkplatz des „BraWo-Parks“ wurde in unmittelbarer Nähe zur südlichen Begrenzungsmauer der Gedenkstätte auf dem Grundstück der BraWoPark GmbH von der Eigentümerin in Abstimmung mit der Stadt eine Sichtbetonscheibe mit 10 m Länge und 4 m Höhe aufgestellt. An dieser Sichtbetonscheibe wurden neue Leuchtbuchstaben mit dem Schriftzug „Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit“ und der Unterzeile „Rabbinische Weisheit“ montiert.

Zudem wurde zur Sichtbarmachung der im Vorfeld der Bauarbeiten des BraWoParks gefundenen Fundamentreste einer Baracke des ehemaligen KZ-Außenlagers Schillstraße an der Fundstelle ein Sichtbetonrahmen aufgestellt. In Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege wurde der Grabungsfund gesichert und aus konservatorischen Gründen verfüllt.

Zur Ausschilderung des Gedenkstättenensembles sind im Januar 2017 Erläuterungstafeln angebracht worden.

Am 27. Januar 2017 konnte die Gedenkstätte Schillstraße am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus mit neuen Objekten und neuer Ausschilderung eingeweiht werden.

27.01.2021 Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Zum Holocaust-Gedenktag: Video-Botschaft von OB Markurth

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Oberbürgermeister Markurth zum Gedenktag an Opfer des Nationalsozialismus

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Oberbürgermeister Markurth zum Gedenktag an Opfer des Nationalsozialismus

Pressemittelung 27.01.:

Am heutigen Mittwoch, 27. Januar, ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Oberbürgermeister Ulrich Markurth wendet sich aus diesem Anlass mit einem Video an die Bürgerinnen und Bürger, das auf www.braunschweig.de bzw. dem städtischen Youtube-Kanal www.youtube.com/stadt-bs zu  sehen ist. In den nächsten Tagen werden zudem zwei Zitate großformatig im Stadtgebiet plakatiert. Eine Ausstellung unter dem Titel "Drei Steine" in der Gedenkstätte des KZ-Außenlagers Schillstraße wird virtuell auf www.schillstrasse.de zu sehen sein.

"Das Gedenken an die Opfer und die aktive Auseinandersetzung mit den politischen und gesellschaftlichen Bedingungen, die sie zu Opfern hat werden lassen, ist unsere gemeinsame Verpflichtung auch für die Zukunft, um unsere Demokratie lebendig und wehrhaft zu erhalten", betont OB Markurth. "Wir müssen unsere Aufmerksamkeit gegen Ausgrenzung und Antisemitismus immer wieder von neuem schärfen."

Die Internetpräsentation der Gedenkstätte Schillstraße (www.schillstrasse.de) wird neu gestaltet. Sie informiert in optisch und technisch zeitgemäßer Form über aktuelle Projekte, Veranstaltungen und pädagogische Angebote. Darüber hinaus wird ein vertiefender Einblick in das Offene Archiv der Gedenkstätte geboten, dessen Bestandsverzeichnis online zugänglich ist. Die Aktualisierung des Webauftritts wird weiter fortgesetzt.

In den nächsten Tagen werden im Braunschweiger Stadtgebiet zwei großformatige Plakate an zahlreichen Stellen angebracht. Im Mittelpunkt stehen zwei Zitate. Eines stammt von dem Holocaust-Überlebenden Natan Grossmann. Er wurde 1927 als Sohn jüdischer Eltern in der polnischen Stadt Zgierz geboren. Während zahlreiche seiner Angehörigen im Holocaust umkamen, überlebte er das Ghetto "Litzmannstadt" (Łódź) und das KZ Auschwitz. Für die Braunschweiger Firma Büssing musste er im KZ-Außenlager Vechelde Zwangsarbeit leisten. Am 2. Mai 1945 befreiten US-Truppen Natan Grossmann in einem Lager in der Nähe von Ludwigslust. Zunächst nach Israel ausgewandert, führte ihn sein Lebensweg Ende der 1950er Jahre nach München, wo er seitdem lebt. Die Verantwortlichen danken ihm für seine Bereitschaft, sich mit einem Statement gegen Geschichtsvergessenheit und Rassismus einzubringen. Es war ihm selbst ein großes Anliegen.

Das zweite Zitat stammt von dem Graphic Novel-Autor Nils Oskamp, der die Plakate auch künstlerisch gestaltet hat. Mit seinem Statement fasst er seine persönlichen Erfahrungen zusammen. Oskamp wurde 1969 in Bochum geboren und ging in Dortmund Dorstfeld zur Schule. Als ein Mitschüler im Unterricht den Holocaust leugnete, äußerte Nils Oskamp seine Meinung gegen Nazis. Eine für Oskamp lebensbedrohliche Spirale der Gewalt begann. Später studier­te er Grafik, dann Trickfilm und veröffentlichte im Jahre 2016 über seine Erlebnisse mit den Neonazis die Graphic Novel "Drei Steine" (www.dreisteine.com). Aktiv setzt er sich gegen Rechtsradikalismus ein und klärt mit Lesungen und Workshops besonders Jugendliche darüber auf.

Nils Oskamp ist zugleich konzeptioneller Träger und Gestalter der Ausstellung "Drei Steine", die in der Gedenkstätte Schillstraße eröffnet wurde und dort mindestens bis zum 26. März 2021 verbleibt. Coronabedingt ist sie zunächst nur über einen digitalen Video-Rundgang auf der Webseite zu sehen. Für interessierte Schulen sollen Angebote wie Lesungen und Workshops mit dem Autor auch extern umgesetzt werden. Zusätzlich wird zusammen mit Oskamp eine dreiteilige Online-Fortbildungsreihe für Lehrkräfte angeboten (10./15./23. März 2021).

Kulturdezernentin Dr. Anja Hesse: "Es ist ein ungewöhnlicher Weg, den wir in diesem Jahr mit dem Gedenken gehen, aber die Tatsache, dass Nils Oskamp seine Ausstellung und seine Projektangebote für Schulen nach Braunschweig bringt, und wir zudem, gemeinsam mit dem Arbeitskreis Andere Geschichte, die Plakataktion im öffentlichen Raum realisieren konnten, ist eine Alternative, die zudem  eine Brücke in die Gegenwart schlägt und dokumentiert, wie zerbrechlich der Schutz der Würde des Einzelnen ist."

Gerald Hartwig und Lars Skowronski, als Mitarbeiter der Gedenkstätte für die Plakataktion und das Ausstellungvorhaben verantwortlich, betonen "die Wichtigkeit, zeitgemäße und attraktive Formate und Angebote zu schaffen, welche neben einem breiten Publikum auch besonders Jugendliche ansprechen und ihnen eine Reflexion über die Geschehnisse und Verbrechen in der NS-Zeit in Anknüpfung an ihre eigene Lebenswelt im Jetzt ermöglichen. Neben der Entwicklung eines kritischen Geschichtsbewusstseins muss auch eine Reflexion über eigene Verantwortung in Gegenwart und Zukunft erfolgen. Toleranz, Vielfalt und eine Positionierung gegen Rechts müssen einen zentralen Stellenwert unserer Gesellschaft bilden."

siehe auch: Homepage der Schillstraße

Fotos der Kranzniederlegung am 27.01.2021

Online-Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Holocaust in Kiryat Tivon am 27. Januar 2021

International Holocaust Remembrance Day 2021 ZIKARON BA’SALON

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