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Erinnerungsstätte für verfolgte und ermordete Braunschweiger Sinti und Roma

Mahnmal der ermordeten Sinti im Rathaus der Stadt Braunschweig

Im Rathaus - Altbau der Stadt Braunschweig befindet sich ein symbolischer Raum des Erinnerns und Gedenkens, der den Braunschweiger Sinti gewidmet ist. Das Leiden dieser Menschen unter der nationalsozialistischen Herrschaft war lange Zeit fast vergessen. Die Erinnerungsstätte gibt daher nicht nur dem offiziellen Gedenken einen Rahmen, sondern ist auch Anstoß für die individuelle Suche nach Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus.

Der Entschluss des Rates der Stadt, eine Erinnerungsstätte für die verfolgten und ermordeten Braunschweiger Sinti zu schaffen, resultierte aus einem intensiven Dialog mit dem Niedersächsischen Verband Deutscher Sinti e.V., in dem würdevolle Formen des Umgangs mit der Vergangenheit gesucht wurden. Der gemeinsame Wunsch, einen würdigen Erinnerungsort zu finden, führte zur Ausschreibung eines künstlerischen Wettbewerbs. Eine Jury unter Vorsitz des Präsidenten der Hochschule für Bildende Künste, Prof. Dr. Michael Schwarz, wählte den Entwurf des Braunschweiger Künstlers Ohannes Tapyuli zur Umsetzung aus. Parallel dazu initiierte die Stadt ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der Geschichte der Braunschweiger Sinti. Um die Opfer der Anonymität zu entheben und eine bewusste, konkrete Beschäftigung mit dem Geschehenen anzuregen, wurden die im Rahmen dieses Forschungsprojekts recherchierten 124 Opfernamen Bestandteil der Erinnerungsstätte. Im Erdgeschoss des Rathauses hat diese Stätte der Erinnerung und des Gedenkens einen Platz in der Öffentlichkeit. Zugleich findet sich hier aber auch eine Atmosphäre, die Stille und Trauer zulässt.


Antiziganismuskritische Fortbildung für schulische und außerschulische Multiplikator*innen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind herzlich zu dieser digitalen Veranstaltung der Gedenkstätte Bergen-Belsen 

am Donnerstag, 18. März 2021, 14:30 bis 17:30 Uhr, eingeladen:

Antiziganismuskritische Bildungsarbeit in Geschichte und Gegenwart

Digitale Fortbildung für außerschulische und schulische Multiplikator_innen

Es wird darauf eingegangen, wie die Geschichte der Sinti und Roma thematisiert werden kann, die über Jahrhunderte von Ausgrenzung und Verfolgung geprägt ist und ihren negativen Höhepunkt in der systematischen Ermordung Hunderttausender Menschen im Nationalsozialismus findet. Dabei ist insbesondere Bergen-Belsen, als häufig letzter Ort eines jahrelangen Verfolgungswegs, für viele Sinti_ze und Rom_nja – so lautet der weibliche Plural – ein wichtiger Ort der kollektiven Erinnerung. Bis heute ist Antiziganismus, als spezifischer Rassismus gegenüber sozialen Gruppen, die mit dem Stigma ‚Zigeuner’ oder anderen verwandten Bezeichnungen identifiziert werden, gesellschaftlich weit verbreitet. Anhand verschiedener Übungen setzen Sie sich mit den Mechanismen, Formen und Auswirkungen antiziganistischer Diskriminierung in Geschichte und Gegenwart auseinander. Zusätzlich werden Ansätze und Formate einer antiziganismuskritischen Bildungsarbeit für unterschiedliche Zielgruppen besprochen. 

Voraussetzung für die Teilnahme:

Laptop oder Tablet mit Kamera und Mikrofon, genutzt wird das Konferenzprogramm Zoom. Die Zugangsdaten für die Teilnahme erhalten Sie kurz vorher von uns.

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Ihre Anmeldungen erfolgt ausschließlich wie folgt:

Per E-Mail bis Montag, den 15. März 2021, an bildung.bergen-belsenstiftung-ngde unter Angabe des Datums der Fortbildung, Ihres Namens, Ihrer Anschrift und Telefonnummer sowie der Institution, für die Sie tätig sind, und ggf. der Fächerkombination.

Nach Eingang Ihrer Anmeldung bekommen Sie von  bildung.bergen-belsenstiftung-ngde eine Bestätigung für die Teilnahme.


An dieser Stelle finden Sie zusätzliches Informationsmaterial bezüglich der näheren Geschichte der Sinti und Roma.                                                                 

Verschiedene Zeitzeug*innendokumentationen, Interviews, politisch- kontextualisierende Berichterstattungen und Literaturtipps stehen hier zur freien Verfügung. 

Die Zusammenstellung stellt dabei lediglich eine Auswahl an weiterführenden Hinweisen dar und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

1. Zeitzeug*innenbiografien und -berichte

2. Romani Rose: Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma- Lebenslauf und Interview

3. Kampf um Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus

4. Daten und Fakten der „Bundeszentrale für politische Bildung“:

5. Literaturtipps- Auswahl

Gedenktafeln für die vor 75 Jahren deportierten Braunschweiger Sinti

Die Gedenktafeln erinnern am Ort des ehemaligen Sammellagers in Veltenhof sowie an der Tafelwand der Gedenkstätte Schillstraße an die Deportationen in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.