Gewässergüte
Auch im Jahr 2025 hat das Institut für Geoökologie der TU Braunschweig Strukturgüte- und Gewässergüteuntersuchungen durchgeführt. Ziel ist es, die langfristige Entwicklung von Fließgewässern unter dem Einfluss der Regenwassereinleitungen, von Unterhaltungs- und Renaturierungsmaßnahmen und des Klimawandels zu untersuchen. Dafür werden Strukturgütekartierungen, eine biologische Gewässergütebestimmung nach DIN 38410 und die Gewässergütebestimmung nach Maßgabe der EG-WRRL (Perlodes-Verfahren) an Fließgewässern durchgeführt.
Die Untersuchungen zeigten den Erfolg der durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen und der reduzierten, bedarfsgerechten Unterhaltung. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Die Strukturgütekartierungen fanden an der Schunter im gesamten Stadtgebiet (ohne Nebenarme) sowie am Rohrbruchgraben statt. An der Schunter wurden viele Abschnitte mit den Güteklassen 2 und 3 (naturnah bis mäßig beeinträchtigt) bewertet, vereinzelt auch mit den Güteklassen 1 oder 4. Damit wurden bei der Kartierung an vielen Stellen Verbesserungen der Strukturgüte festgestellt. Besonders positiv fielen dabei in den Abschnitten unterhalb Harxbüttel, Butterberg sowie Querum bis Dibbesdorf) deutlich erkennbare eigendynamische Entwicklungsprozesse auf wie z.B. Erosionsspuren am Ufer oder Erhöhung der Dynamik und der Struktur- und Strömungsdiversität an Sturzbäumen. Die Prozesse waren bei der letzten Kartierung 2018 weniger auffällig und wurden auch durch das Winterhochwasser 2023/24 begünstigt bzw. verstärkt. Besonders stark fiel diese Entwicklung in der Renaturierungsstrecke Butterberg auf, was für den Erfolg der Renaturierungsmaßnahmen spricht.
Ebenfalls positiv war, dass in vielen Abschnitten naturnahe Gehölzsäume im Uferbereich vorhanden waren und Umlandnutzungen nur selten an die Böschungskante heranreichten (wie z.B. noch oberhalb Harxbüttel, oberhalb Querum). Größere Defizite waren dagegen noch im teilweise sehr geradlinigen Verlauf mit eingetiefter Sohle und eher monotoner Durchströmung zu finden (Bereich Thune, Wenden, teilweise in den Abschnitten Querum und Dibbesdorf). Besonders negativ wirkte sich dies in Kombination mit Rückstau oberhalb der Wehre in Wenden und der Frickenmühle aus, wo die Sohle die schlechteste Bewertung mit durchschnittlich Güteklasse 5 (stark beeinträchtigt) bekam.
Auch am Rohrbruchgraben gab es insgesamt eine positive Entwicklung der Strukturgüte. Der Rohrbruchgraben wurde größtenteils mit den Güteklassen 2 und 3 bewertet. Besonders im unteren Abschnitt vor der Mündung sowie in der Renaturierungsstrecke oberhalb der A2 war der Rohrbruchgraben als lebendig fließendes, naturnahes und strukturreiches Fließgewässer ausgeprägt und erreichte abschnittsweise auch die Güteklasse 1.
Untersuchungen des Landes
Die Ermittlung, Aufbereitung und Sammlung der hydrologischen Daten obliegt grundsätzlich dem Land. Die Aufgabe wird vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) wahrgenommen. Die Veröffentlichungen zur Gewässergüte- und Gewässerstrukturgüteuntersuchung können im Internetauftritt des NLWKN eingesehen werden. Dabei wird unterschieden zwischen Gewässerstrukturgüte (Gewässerstrukturgütekarte Braunschweig (Öffnet in einem neuen Tab)) und der biologischen Gewässerqualität (Gewässergütekarte Braunschweig (Öffnet in einem neuen Tab)). Die veröffentlichten Daten können zum Teil älteren Datums sein.