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Männer-Gesangs-Verein

C H R O N I K des MGV von 1893 Timmerlah

© Quelle Wolfgang LüthMGV Satzung 1893

DER M Ä N N E R — G E S A N G — V E R E I N TIMMERLAH WURDE AM 25.0KTOBER 1893 IN DER SCHLÜTERSCHEN GASTWIRTSCHAFT GEGRÜNDET. 

Die Landwirte, Herr Adolf WACHSMUTH und Herr Heinrich LAMPE sowie Schuhmachermeister Fritz ASMER und Herr Tischlermeister Robert WILKENS waren die treibenden Kräfte, die alle ehrbaren und sangesfreudigen Bürger von Timmerlah aufriefen, sich aktiv am Singen zu beteiligen.

Am ersten Singabend waren es 18 Timmerlaher Bürger, Landwirte, Handwerker und Geschäftsleute, die diesem Aufruf folgten, um unter der Leitung des damaligen 1. Lehrers und Kantors, Herrn Gustav VOLLMER, als Dirigent, die ersten Schritte im Chorgesang zu unternehmen.

Die Gründungsmitglieder waren bis auf EINEN alle FREIWILLIGE FEUERWEHRMÄNNER.

Diese waren:

Fritz ASMER                               Fritzchen BEHRENS                    Heinrich BEHRENS

Otto BEHRENS                          Julius DÜRKOPP                          Hermann HEUER

Richard HOPPERT                     Heinrich LAGES                           Heinrich LAMPE

Heinrich GIESECKE                   Fritz GRÜNHAGE                         Hermann OHLMS

Wilhelm SCHLÜTER                  Wilhelm SCHWENKE                    Richard STÜWIG

Adolf WACHSMUTH                   Ferdinand WILKENS                    Otto STÜWIG

 

Heinrich GIESECKE wurde zum 1. Vorsitzenden und mit der Aufgabe dem jungen Chor ein Eigenleben zu geben betraut. Die "Regensburger Liederkranz-Bücher“ waren als erste Notenlektüre, von den Mitgliedern selbst bezahlt, angeschafft worden. In einigen von ihnen kann man noch heute interessante Notizen aus der Gründerzeit finden. Und auch heute wird noch gern aus diesen Notenbüchern gesungen.

Mit der Weihe der ERSTEN VEREINSFAHNE am 03. Juni 1895, die mit viel Fleiß und Sorgfalt von den Ehefrauen der Sänger von Hand gestickt wurde, sind recht viele freundschaftliche Bande mit den schon bestehenden Chören Broitzem, Rüningen, Leiferde und Lehndorf geknüpft worden. In den folgenden Jahren entstand dann das erste Liedgut. Es wurde fleißig geübt und geprobt. Bis zum Beginn des ersten Weltkrieges 1914, konnte der damals noch junge Chor an vielerlei Gelegenheiten, Festen und Veranstaltungen mit chorischen Darbietungen dabei sein. So wurde beispielsweise zu den Sommerfesten des MGV-Broitzem, am 1. August 1898 und am 14. Juli 1899 gesungen. Im Jahre 1913 wurde das 20-jährige Stiftungsfest mit vielfältigen Darbietungen schwungvoll gefeiert.

Nach dem ersten Weltkrieg, der Singbetrieb ruhte in dieser Zeit, wurde 1921 mit Genehmigung der Alliierten, der Chorgesang wieder aufgenommen. Den Vorsitz übernahm der Landwirt Herr Hermann OHLMS. Nachdem 1926 der erste Dirigent, Herr VOLLMER verstarb, wurde Gustav LINDENBERG sein Nachfolger, der gleichzeitig die Gesangsvereine Broitzem und Lehndorf leitete. In dieser "goldenen Zeit" wurden viele Fahrten und Wanderungen unternommen, u.a. in den Harz, den Lappwald, Elm, und in die Lichtenberge. Aber auch Konzerte im Konzerthaus zu Braunschweig, zu Stiftungs- und Sommerfesten in Lehndorf, Broitzem, Beddingen, Gr.Gleidingen und in Timmerlah waren angesagt. Im Januar 1929 wurde der 1. Vorsitzende, Hermann STRUBE, mit einem kräftigen "HERZ an HERZ ..." bewegt, sein Amt weiterzuführen.

Hermann spendierte daraufhin ein Faß.

Die Qualität des Chores, so kann man es nachlesen, war für damalige Verhältnisse schon großartig. Im Jahre 1930 war die wirtschaftliche Vereinssituation so tief gesunken, daß mit den Beiträgen der Mitglieder die Kosten des Dirigenten nicht mehr bezahlt werden konnten. Somit ging auch das Vereinsleben stark zurück. Trotzdem konnte im November 1933 das 40-jährige Stiftungsfest mit einem Chor-Konzertabend erfolgreich begangen werden. Sog. "Gau"-Sängerfeste in Hannover und Gau-Singen in Braunschweig schlossen sich an.

© Quelle Ilse HusungMGV am Brink

Und 1937 nahm der MGV Timmerlah an einem Wertungssingen im Hofjäger in Braunschweig teil. Dazu stand in der Braunscheiger Zeitung nachzulesen:

Achtung Braunschweiger - Hinter den Bergen wohnen auch noch gute Sänger!

Von Hermann STRUBE übernahm 1939 Hermann PRIEGNITZ den Vorsitz, der dann in den Krieg einberufen wurde und nach dem Krieg bis 1955 die Vereinsgeschicke leitete.

© Quelle Ilse HusungMGV am Brink

Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges 1939, entwickelte sich der Verein zu Ansehen und Blüte weit über die Grenzen Timmer1ah's hinaus. In den Wirren des zweiten Weltkrieges mußte 1942 der Singbetrieb wiederum eingestellt werden. 

Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges 1939, entwickelte sich der Verein zu Ansehen und Blüte weit über die Grenzen Timmer1ah's hinaus. In den Wirren des zweiten Weltkrieges mußte 1942 der Singbetrieb wiederum eingestellt werden. 

Nach den Schrecken des Wahnsinnskrieges konnte im Herbst 1946 mit Genehmigung der Militärregierung der Alliierten, der Singbetrieb mit dem Schulleiter, Herrn Kar1-Siegfried SCHIRM, als Dirigent wieder aufgenommen werden. Von den Sängern, die nach dem 1. Weltkrieg 1921 den Singbetrieb wieder aufnahmen, waren auch nach dem zweiten Weltkrieg wieder dabei: 

Heinrich ASMER          Heinrich HORN        Franz KRANE              Hermann PRIEGNITZ

Richard BECKMANN   Otto HORN               Hermann LUTH           Richard PRIEGNITZ

Erich DETTMAR           Richard HORN         Karl MULLER              Richard RASCH

 

© Quelle Ilse HusungUmzug 1956

Durch die Umstände der beiden Weltkriege konnten weder das 25. Vereins-Jubiläum noch das 50. Vereins-Jubiläum stattfinden und gefeiert werden.

© Quelle Ilse HusungMGV im Grünen 1957
© Quelle Ilse HusungMGV im Grünen 1957

Dafür wurde das 75.Vereins-Jubiläum, in Verbindung mit der Weihe unserer neuen Vereinsfahne, 1968 zünftig mit vielen Veranstaltungspunkten begangen. 

© Quelle Fr. Krentel, geb. BartelsUmzug 1959
© Quelle Fr. Krentel, geb. BartelsAuftritt 1959
© Quelle Fr. Krentel, geb. BartelsSängerfest 1961 in Wolfenbüttel

Die Aktivitäten des Chores wurden wieder neu entwickelt und durch Einladungen zu Sängerfesten und chorichen Auftritten anderer Chöre und Vereine verstärkt. Nach dem Ausscheiden des Chorleiters, Herrn Karl-Siegfried SCHIRM, übernimmt der Lehrer Herr Siegfried SENSKE, die Leitung des Chores.

Anfang der 50er Jahre entwickelte sich ein gemeinsames Interesse der Chöre im damaligen Westen des Landkreises Braunschweigs. Daraus entstand das jährliche "Frühjahrssingen“, welches bis heute an Attraktivität nichts eingebüßt hat. In jedem Jahr ist ein anderer Chor für dessen Ausrichtung verantwortlich.

© Quelle Ilse Husung60 Jahre MGV 1953

1953 wurde das 60-jährige Stiftungsfest mit mehreren Gastchören im Vereinslokal feierlich begangen. Ein Ständchen besonderer Art gebührt erwähnt zu werden. Es war im November 1955, für Herrn Paul MÜLLER, zu seiner Rückkehr aus 12-jähriger, russischer Gefangenschaft.

Nachdem Wolfgang LÜTH 1955 zum 1. Vorsitzenden gewählt war, fand im Mai 1956 auf Grund der Kontakte von Günter Pickert, ein Konzert mit dem MGV-Klein Wanzleben aus der damaligen DDR, in Timmerlah statt. Schon im Juni erwiderten wir mit unserem Gegenbesuch in Klein Wanzleben mit Herrn Dirigenten Herbert JÄGER die begonnene Freundschaft. Wie so vieles mußten diese Begegnungen auf Grund der bekannten DDR-Machenschaften eingestellt werden.

© Quelle Fr. Krentel, geb. BartelsSängerfest 1966

Sangesbruder Günter KRENTEL übernahm den 1. Vorsitz 1958 und führte den Chor bis 1974 zu vielen chorischen Höhepunkten. Auch mit Herrn Stephan EFFENBERGER, der das Amt des Chorleiters von 1957 mit kurzer Unterbrechung bis 1974 ausübte, wurden diese freundschaftlichen Ereignisse und Beziehungen zu anderen Chören möglich.

© Quelle Fr. Krentel, geb. BartelsSängerfest 1966

1968 wurde das 75-jahrige Jubiläum mit der Weihe der neuen Vereinsfahne vielen Ehrungen und gemeinsamen Chorkonzert der Westkreischöre begangen. Ein Ausflug nach Berlin per Flugzeug konnte 1971 organisiert und mit vielerlei schönen aber auch traurigen Anblicken - WIE DER BERLINER MAUER - durchgeführt werden. In all den Jahren entwickelte sich das Chorleben mit all seinen Traditionen weiter und neue, wie z.B. Tanz in den Mai, Volks- und Sängerfeste kamen dazu. Aber auch SINGEN am EHRENMAHL und in ganz besonderer Weise in der KIRCHE wurde seit 1963 zu einer anerkannten Tradition.

1974 übernahm Helmut Pichler das Amt des 1. Vorsitzenden bis 1992, mit einem Jahr Unterbrechung, indem er mit Willi Müller den 2. Vorsitz tauschte. Durch mehrfachen Dirigentenwechsel, sei es durch Krankheit oder aus beruflichen Gründen, war der Singbetrieb doch empfindlich gestört. Nichts desto weniger nahmen die Sänger jede Anstrengung auf sich, um das chorische Vereinsleben nicht einschlafen zu lassen. Die Chorleitung lag in dieser Zeit in den Händen von Hans MARCHATZ, Hans PERNAU, Uwe GLITTMANN, Axel HUHSE, Karl-Ludwig STEINDAMM, Axel HEIN, Helmut ZEH, Helmut PICHLER, Ulrike KÖNIG, Agnes KAUER, Hedwig STRUPPEK, Wolfgang LUTH.

1985 gelang ein großartiges Volks- und SÄNGERFEST mit einer 65 Mann starken Blaskapelle aus Rangersdorf/KÄRNTEN. Daraufhin erfolgte 1986 eine Busreise dorthin mit besonderen Erlebnissen. Der Chor brachte ein Ständchen vor rund 3.000 Zuhörern und erntete viel Applaus.

Leider ist auch an unserem Chor das Zeitalter der Technik und Medienkommunikation nicht spurlos vorübergegangen, d.h. unser Chor hat akute Nachwuchssorgen. Seit September 1988 haben wir eine Chorgemeinschaft mit dem Niedersachsen-Chor im Sportverein Tura gebildet, die gut harmoniert. Und aus Dirigentenmangel sind wir seit Januar 1993 mit dem MGV Broitzem eine Singgemeinschaft.

Wir wünschen dem neuen Chor-Gebilde sehr, daß die Gemeinschaft unter der Leitung von Herrn Wolfgang WALKHOFF mit ihren Liedvorträgen so beeindrucken kann, daß sich wieder mehr jüngere Männer zum Chorgesang hingezogen fühlen, die bleibende innere Erfüllung des CHORGESANGES für Laib und Seele erkennen, um sie sich zu eigen zu machen. Gerade in einer hochtechnisierten Zeit, die den Alltag erleichtern sollte, mit immer mehr Raum für FREIE ZEIT, könnte eine NEUBESINNUNG auf innere, REIN PERSÖNLICHE Werte, die mit und auch durch EIGEN PRODUZIERTE MUSIK einen ganz wesentlichen Verbesserungsgrad erreicht, doch auch ein MEHR der künftigen Lebens-Qualität erbringen. - ! - ?

Ein Aufruf an alle sangesfreudigen und interessierte Mitbürger am Gesang sei uns auf diese Weise gestattet:

Wer Lust auf Gesang und Geselligkeit hat, ist bei uns gut aufgehoben und gern gesehen.

Der Vorstand und alle aktiven freuen sich über jedes neue Mitglied.

Hans-Jürgen Isert
1.Vorsitzender seit 1992