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Zwei Häuser – Ein Überblick

© Städtisches Museum Braunschweig
© Städtisches Museum Braunschweig"Schildwache auf einer Festung" von Carl Spitzweg, 1865, Städtisches Museum Braunschweig

Das Städtische Museum Braunschweig wurde 1861 durch bürgerschaftliches Engagement gegründet. Das Haus gehört zu den größten kunst- und kulturgeschichtlichen Museen Deutschlands. Die Sammlungen umfassen mehr als 270.000 Objekte. Die Schätze des Museums verteilen sich auf zwei Häuser, das Haus am Löwenwall und das Altstadtrathaus. Der Weg zwischen den Häusern erschließt dem Besucher den Großteil des historischen Stadtkerns von Braunschweig.

Was können Sie bei uns entdecken?

  • den großen künstlerischen Satiriker des Biedermeier Carl Spitzweg
  • den Steinweg-Flügel, auf dem Clara Schumann spielte
  • herausragende völkerkundliche Stücke von Bärenkrallenketten bis zum Scheinkopf
  • den berühmten Fesselballon von 1784 „ad astra“
  • Max Klingers Skulptur Kassandra
  • Plastiken von Emil Cimiotti

und ...

Kanonenkugeln, einen Menschenfänger, ein Velociped, Tragaltäre, Theaterkostüme... Lassen Sie sich überraschen!

Teile unserer Sammlungen finden Sie auf Kulturerbe Niedersachsen!

© Städtisches Museum Braunschweig, Foto: Dirk SchererSkulptur vorn: Kassandra von Max Klinger, 1892/94

Das Haus am Löwenwall im historischen Magni-Viertel ist ein klassischer Jugendstilbau mit floralen Ornamenten und geschwungenen Linien. Er wurde zwischen 1904 und 1906 nach Plänen des Architekten Max Osterloh erbaut. Innen erwarten den Besucher ein imposanter Lichthof mit Rundbögen sowie lichtdurchflutete Raumfluchten und filigrane Wandmalereien.

Kinder erleben das Museum durch das museumspädagogische Programm auf spielerische und spannende Weise. Neben der Ständigen Ausstellung präsentiert das Haus am Löwenwall Sonderausstellungen von internationalem Rang.

© Städtisches Museum Braunschweig, Foto: Dirk SchererHochrad Hersteller unbekannt, um 1890

Das Altstadtrathaus gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Gebäuden in Deutschland. Der Bau wurde vom 13. bis zur Mitte des 15. Jh. errichtet.

In den Gewölben im Untergeschoss ist heute die Ständige Ausstellung zur Geschichte der Stadt zu sehen. Sie zeigt, wie sich die reiche, politisch selbstbewusste Hansestadt Braunschweig im Mittelalter entwickelte. Höhepunkte der Sammlung sind Zeugnisse aus der Regierungszeit von Herzog Heinrich dem Löwen, das erste Siegel der Stadt und das Landeswappen des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg.

Braunschweig war von ca. 1430 bis 1671 faktisch eine freie bürgerliche Stadt ohne Adelsherrschaft. Die Geschichte der selbstbewussten Patrizier wird eindrucksvoll u. a. durch Goldschmiedearbeiten, Rüstungen und Gemälde dokumentiert.

© Städtisches Museum Braunschweig, Foto: Dirk SchererRolleicord II (1947) und Rolleibaby 4x4 (1954)

Die Geschichte der fürstlichen Residenzstadt ab 1671 mit ihrer höfischen Kultur wiederum wird anschaulich durch Kleider des Rokoko und historische Kostbarkeiten wie z. B. die Querflöte des preußischen Königs Friedrich des Großen vor Augen geführt.

Die besondere Förderung von Technik und Naturwissenschaften bestärkte die aufstrebende Industriestadt Braunschweig im 19. Jahrhundert. In der Stadt entwickelte sich in großem Umfang die Sparte Maschinenbau. Im Umland entstanden Hüttenwerke, Getreidemühlen und Zuckerraffinerien. Prägnante Stücke aus der Industriegeschichte – vom frühen Motorrad bis zur ROLLEI-Kamera – lassen diese Epoche der Maschinen lebendig werden.

Die Sammlungen des Städtischen Museums Braunschweig im Überblick

Außereuropäische Ethnologie

Die Exponate in der Ethnographischen Abteilung vermitteln Einblicke in ferne Kulturen. Neben Kunst- und Kulturgütern nordamerikanischer Indianer sind Objekte aus Südamerika, der Südsee, Indonesien und Afrika zu erkunden.

Kultur & Veranstaltungen

Forschungsprojekt PAESE

Das Städtische Museum Braunschweig ist Teilnehmer am Forschungsprojekt PAESE, das von der VolkswagenStiftung finanziert wird. Beteiligt sind neben dem Städtischen Museum Braunschweig die Landesmuseen Hannover und Oldenburg, das Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim sowie die Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen. Ziel von PAESE ist es, die Herkunft der Objekte in ethnographischen Sammlungen Niedersachsens zu erforschen und damit zur Aufarbeitung der kolonialen Geschichte an Museen beizutragen.

Europäische Ethnologie

Die Europäische Ethnologie umfasst rund 2000 kulturgeschichtliche Objekte aus Braunschweig und Umgebung, darunter Textilien („Bauerntrachten“), Geräte zur Textilherstellung wie Spinnräder und Holzstöcke für den Blaudruck, bäuerlichen Schmuck, Ausstattungsstücke aus Küche und Stube sowie Modelle des niederdeutschen Hallenhauses.


Formsammlung

Die ab 1941 zusammengetragene Formsammlung war ein museales Experiment zum Thema Gestaltung. Sie umfasst Kunstgewerbe aus vielen Regionen und Epochen und lädt ein zum vergleichenden Sehen.


Gemälde und Skulptur

Kern der Gemäldesammlung sind Werke des 19. Jahrhunderts. Zu entdecken sind unter anderem erhabene Landschaften, lebendige Porträts, berührende Szenen und Wege zur Moderne.

Kultur & Veranstaltungen

Graphik

Den Schwerpunkt der rund 50.000 Blätter umfassenden Graphischen Sammlung bildet die Künstlergraphik des 19. und 20. Jahrhunderts. Die lichtempfindlichen Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken werden in Sonderausstellungen gezeigt oder können auf Wunsch vorgelegt werden.

Historische Musikinstrumente

Die historischen Musikinstrumente aus vielen Kulturkreisen stammen überwiegend aus Schenkungen der Familie Steinweg, die in New York das Unternehmen Steinway & Sons gründete. Zu sehen sind herausragende Tasten-, Zupf-, Streich- und Blasinstrumente.


Kunstgewerbe

Unser Museum präsentiert Fayencen und Porzellan, Silberarbeiten, Möbelkunst und die größte öffentliche Sammlung von Lackwaren der Braunschweiger Manufaktur Stobwasser.


Numismatik

Die Münzsammlung des Museums gibt Zeugnis von der Antike über die Herrschaftsgeschichte Europas mit einem Schwerpunkt auf der Braunschweigischen Landesgeschichte bis hin zur kolonialen Expansion in Richtung Asien Afrika und Amerika. Ausgewählte Stücke der ca. 80000 Stücke umfassenden Sammlung sind regelmäßig in Ausstellungen zu sehen.


Technik


Textilien


Waffen