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Veranstaltungen

© Städtisches Museum Braunschweig, A. O. Koeppen, Hauskonzert, 20. Jh., Öl auf Leinwand

Vorträge zur Sonderausstellung

© Privatarchiv AusmeierFritz Bauer im Landgericht Braunschweig 1950, © Privatarchiv Ausmeier

"Rehabilitierung der Märtyrer" Fritz Bauer, der Remer-Prozess in Braunschweig 1952 und der 20. Juli 1944

Ein Vortrag von Prof. Dr,. h.c. Gerd Biegel, Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte und Geschichtsvermittlung, TU Braunschweig

Auch in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg galten die Männer des 20. Juli vorwiegend als »Verräter«. Die Stimmung war also kaum geeignet, dem Andenken der Verschwörer gegen Hitler einen angemessenen Platz in der deutschen Öffentlichkeit zu geben. Erstmals das Urteil im »Remer-Prozess« vom März 1952 bedeutete die Anerkennung der Legitimität des Widerstandsaktes vom 20. Juli 1944. Dieser am Landgericht in Braunschweig durchgeführte Prozess gilt heute als eines der wichtigsten juristischen Verfahren mit politischem Hintergrund in der Geschichte der frühen Bundesrepublik, das zum Meilenstein im Kampf um die Würdigung des Widerstands gegen den Nationalsozialismus wurde. Das Urteil  bedeutete auch, dass erstmals ein deutsches Gericht den NS-Staat als Unrechtsstaat anerkannte. Auch wenn bei allem medialen Interesse der Zeit die Wirkung dieses Prozesses zunächst gering und seine Rezeption zeitbedingt ambivalent war, so hat Fritz Bauer mit seinem Bemühen den Weg zu einer dauerhaften Rehabilitierung des Widerstands ebenso erschlossen wie die strafrechtliche »Bewältigung« der nationalsozialistischen Vergangenheit und damit bereits seine Frankfurter Auschwitz-Prozesse grundlegend vorbereitet. Sieben Jahre nachdem die Männer vom 20. Juli 1944 von den Staatsschergen des NS-Staates ermordet worden waren, erkannte ein westdeutsches Gericht ihr Handeln als rechtmäßigen Widerstand gegen das NS-Regime an. Gerade daran gilt es mit Blick auf den Braunschweiger Prozess zu erinnern. 

Mittwoch 10.11.2021 19:00 Uhr

Eintritt frei


© Aufbau VerlagPaul Glaser: Die Tänzerin von Auschwitz. Die Geschichte einer unbeugsamen Frau. Aufbau Taschenbuch

„Die Tänzerin von Auschwitz“

Ein Vortrag von Paul Glaser

Paul Glaser, Autor des Buchs "Die Tänzerin von Auschwitz. Die Geschichte einer unbeugsamen Frau", berichtet in einem multimedialen Vortrag von der Geschichte seiner Tante, Roosje Glaser und von seiner Annäherung an die eigene Familienhistorie – anhand von Fotos und Dokumenten.

Während eines Besuchs im Vernichtungslager Auschwitz entdeckte Paul Glaser einen Koffer – beschriftet mit seinem Familiennamen. Es begann die zaghafte Entdeckung der jüdischen Wurzeln seiner Familie und der Überlebensgeschichte seiner Tante Roosje, einer temperamentvollen und emanzipierten Tanzlehrerin aus Amsterdam. Aus Roosjes Tagebüchern und Briefen hat Glaser ihre Biographie zusammengesetzt; so entstand ein authentischer und emotionaler Überlebensbericht, der zugleich vom Kampf zwischen Erinnern und Vergessen in einer Familie erzählt. Sein Buch hat bundesweit, so in der ARD-Sendung "ttt", dem Deutschlandradio Kultur oder im WDR-Fernsehen große Aufmerksamkeit erfahren. 

Mittwoch 17.11.2021 19:00Uhr

Eintritt frei


„Erinnerungskultur in Braunschweig“

Ein Vortrag von Dr. Anja Hesse, Kulturdezernentin der Stadt Braunschweig

Mittwoch 24.11.2021, 19:00 Uhr

Eintritt frei

Film zur Sonderausstellung

© www.derstaatgegenfritzbauer.deFilmplakat zu "Der Staat gegen Fritz Bauer"

"Der Staat gegen Fritz Bauer"

Filmvorführung

Deutschland 1957. Während die junge Bundesrepublik die NS-Zeit hinter sich lassen will, kämpft ein Mann unermüdlich dafür, die Täter im eigenen Land vor Gericht zu stellen: Zwölf Jahre nach Kriegsende erhält der kompromisslose Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Burghart Klaußner) den entscheidenden Hinweis darauf, wo sich der frühere SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann versteckt halten soll. Gemeinsam mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann (Ronald Zehrfeld) beginnt Bauer, die Hintergründe zu recherchieren. Doch es formiert sich Widerstand bis in die höchsten Kreise: In seiner eigenen Behörde verschwinden immer wieder Akten und auch Oberstaatsanwalt Ulrich Kreidler (Sebastian Blomberg) und BKA-Mitarbeiter Paul Gebhardt (Jörg Schüttauf) behindern den unliebsamen Bauer in seinen Ermittlungen. Ein scheinbar aussichtsloser Kampf gegen unsichtbare Gegner beginnt, doch Bauer und Angermann geben nicht auf, wohl wissend, dass ihnen die Jagd auf Eichmann sowohl beruflich als auch privat alles abverlangen wird.

Beim Deutschen Filmpreis wurde DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER mit 6 LOLAs ausgezeichnet, u.a. als Bester Film (Lola in Gold), für die Beste Regie und das Beste Drehbuch.

2015 | 107 min | FSK 12

Mittwoch 08.12.2021, 19:00 Uhr

Eintritt frei

Lesung zur Sonderausstellung

© Ullstein VerlagCover des Romans "Deutsches Haus". Ullstein Verlag

Autorenlesung "Deutsches Haus"

Annette Hess, Autorin der TV-Serien Weissensee und Ku'damm 56 / 59 / 63, liest aus ihrem Roman „Deutsches Haus“, 2018

Frankfurt 1963. Eva, gelernte Dolmetscherin und jüngste Tochter der Wirtsleute Bruhns, steht kurz vor ihrer Verlobung. Unvorhergesehen wird sie gebeten, bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Ihre Eltern sind, wie ihr zukünftiger Verlobter, dagegen: Es ist der erste Auschwitz-Prozess, der in der Stadt gerade vorbereitet wird. Eva, die noch nie etwas von diesem Ort gehört hat, folgt ihrem Gefühl und widersetzt sich ihrer Familie. Sie nimmt die Herausforderung an, ohne zu ahnen, dass dieser Jahrhundertprozess nicht nur das Land, sondern auch ihr eigenes Leben unwiderruflich verändern wird.

Sonntag 05.12.2021, 11:00 Uhr

im Eintrittspreis enthalten

Exkursion zur Sonderausstellung

© Gedenkstätte JVA WolfenbüttelBlick in die Dauerausstellung Gedenkstätte JVA Wolfenbüttel

„Kontinuitäten und Brüche in der frühen Bundesrepublik“

Martina Staats, Leiterin der Gedenkstätte, führt durch die Ausstellung in der JVA Wolfenbüttel.

„In allen großen Fragen des Lebens gibt es aber kein deutsches, amerikanisches und kein russisches Recht, sondern nur ein Recht, […].“

Schreiben von Dr. Fritz Bauer an die Schülerschaft der Raabeschule, Braunschweig, 11. September 1952. NLA Abteilung Wolfenbüttel.

Kontinuitäten und Brüche in der frühen Bundesrepublik. Führung durch die Dauerausstellung der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel 

An den gegensätzlichen Beispielen der Juristen Fritz Bauer und Friedrich Linke wird in der Führung verdeutlicht, wie der Nationalsozialismus in Justiz und Gesellschaft nachwirkte. Nach einer nur oberflächlichen Entnazifizierung kehrten ehemalige NS-Juristen in die Gerichtssäle zurück. Vor diesem Hintergrund werden das Rechtsverständnis Fritz Bauers und die Rehabilitierung der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 im „Remer-Prozess“ dargestellt.

 

Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel

Am Herzogtore 13

38300 Wolfenbüttel

Samstag 20.11.2021, 15:00 Uhr

Um Anmeldung wird gebeten unter der Telefonnummer 05331-935501-0

Eintritt frei

Sonderführungen

Direktorenführung durch die Ausstellungen / Lieder von Roosje Glaser u.a. mit Hans-W. Fechtel

Mittwoch 1.12.2021 19:00 Uhr

Eintritt frei

Führungen durch die Fritz Bauer-Ausstellung mit anschließendem Spaziergang zum Fritz-Bauer-Platz in Begleitung von Udo Dittmann vom Fritz-Bauer-Freundeskreis Braunschweig

Sonntag 07.11.2021, 15:00 Uhr

Sonntag 21.11.2021, 15:00 Uhr


Im Eintrittspreis enthalten

Regelmäßige Veranstaltungen

Originalfilme aus der Historie Braunschweigs

Ab 30.6.2021 wieder jeden Mittwoch, 14:00 bis 16:30 Uhr im Medienraum im Museum im Altstadtrathaus

Originalfilme aus der Historie Braunschweigs

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums im Altstadtrathaus zeigen vom 30.Juni 2021 an wieder jeden Mittwoch von 14 bis 16:30 Uhr Originalfilme aus der Historie Braunschweigs. Es liegen 26 verschiedene Filme vor. Zu Beginn wird ein vorab ausgesuchter Film gezeigt. Im Anschluss können Besucherinnen und Besucher weitere Filme auswählen.

Die Filmvorführung findet im Medienraum unter Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen statt, die Plätze sind begrenzt. Der Eintritt ist frei! Eine Anmeldung nicht notwendig.

Altstadtmarkt 7, 38100 Braunschweig, Telefon 0531 / 470 - 4551

In unserem Flyer, der unter folgendem Link zu finden ist, erhalten Sie einen Überblick über die Filmauswahl: