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© Städtisches Museum Braunschweig

Karl Schöberl, „Gut strukturierte Platane und Fremde waren immer für einander bestimmt“, Städtisches Museum Braunschweig© Städtisches Museum Braunschweig, Foto: Dirk Scherer

AB 28.3.2023: Kabinettausstellung mit Arbeiten des Kasseler Drechslers Karl Schöberl

Vom 28. März bis zum 4. Juni 2023 präsentiert das Städtische Museum am Löwenwall eine Ausstellung mit neuen Werken des renommierten künstlerischen Drechslers Karl Schöberl aus Kassel.

Die Ausstellung zeigt eine breite Auswahl von Schöberls einzigartigen Holzobjekten, die durch ihre klare Formensprache und schlichte Eleganz beeindrucken.

Als Schreinermeister aus einer alten bayrischen Drechslerfamilie stammend, hat Karl Schöberl sein Handwerk perfektioniert. Mit geübtem Blick für Linien, Formen und Strukturen schafft er Holzobjekte, die nicht nur ästhetisch ansprechend sind, sondern auch einen hohen Gebrauchswert haben. Die Gleichwertigkeit von Form und Funktion ist Schöberl wichtig. 

Die Ausstellung im Städtischen Museum Braunschweig präsentiert Objekte des täglichen Gebrauchs wie Salatschüsseln, Eierschalen und Nudelhölzer. Etwas überraschend stehen daneben schlichte Urnen, die mit einer Schale kombiniert sind. Sie bieten den Hinterbliebenen eine individuelle Möglichkeit des Abschieds.

Besonders eindrucksvoll ist Schöberls Werkserie "Partnervermittlung", in der er Gefäße aus gefundenen Hölzern mit zufällig in seinen Besitz gekommenen Deckeln aus Glas, Keramik oder Porzellan kombiniert. 

Von Beginn an erwarb Walter Dexel für die Formsammlung historische und zeitgenössische Objekte aus Holz, vor allem Becher, Teller, Schalen, Dosen und Löffel. Auf diese Weise konnte die Entwicklung der "Formen" seit dem Mittelalter nachvollzogen werden, auch im Vergleich mit Objekten aus Keramik und Metall. Mit schlichten, formschönen Arbeiten zeitgenössischer Drechslermeister wollte Dexel zudem den Blick der Verbraucher auf das zunehmend wirtschaftlich bedrohte heimische Handwerk lenken. Er unterstützte diesen Berufsstand, indem er selbst Holzobjekte entwarf und von Drechslern fertigen ließ. „Die Kabinettausstellung mit den gedrechselten Arbeiten Karl Schöberls steht also ganz in der Tradition Walter Dexels“, fasst Sammlungskurator Dr. Andreas Büttner zusammen. 


Emmy Esther Scheyer (Renée), Selbstporträt (angeschnitten), 1915, Öl auf Leinwand, Privatsammlung© Privatsammlung

Galka Scheyer und die Blaue Vier - Feininger, Jawlensky, Kandinsky, Klee

Das Städtische Museum Braunschweig plant eine große Sonderausstellung über die jüdische Kunstförderin Galka Scheyer und die revolutionäre Kunst der Blauen Vier. Zusammen mit dem Avantgardisten Alexej von Jawlensky und den Bauhaus-Visionären Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee gründete die gebürtige Braunschweigerin 1924 die Verkaufsgemeinschaft „Die Blaue Vier“ mit dem Ziel, die Werke der Künstler in den USA zu vermarkten. Als eine der ersten übte Scheyer das neue Berufsbild der Kunstagentin aus und entwickelte innovative Marketingstrategien. Analog zu den Kunstförderinnen Katherine S. Dreier, Peggy Guggenheim und Hilla von Rebay leistete sie wichtige Pionierarbeit für die Rezeption moderner Kunst in den USA, wo sie bis zu ihrem Tod 1945 in Hollywood lebte. Das Ausstellungsprojekt erschließt ein wesentliches Forschungsdesiderat im Bereich der Gender- und Kunstmarktforschung und präsentiert das Thema erstmals in Scheyers Geburtsstadt Braunschweig. 
Ab dem ersten Quartal 2024 im Haus am Löwenwall!

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Bildnachweise

  • Städtisches Museum Braunschweig
  • Städtisches Museum Braunschweig, Foto: Dirk Scherer
  • Privatsammlung