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Sonderausstellung "Frauen im Widerstand. Deutsche politische Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück: Geschichte und Nachgeschichte

© Städtisches Museum Braunschweig, Dirk Scherer

Das Städtische Museum Braunschweig zeigt vom 2. Oktober 2022 bis 15. Januar 2023 im Haus am Löwenwall eine Ausstellung, die anhand der Lebensläufe von acht politisch aktiven Frauen, die im KZ Ravensbrück inhaftiert waren, einen neuen Blick auf das KZ Ravensbrück eröffnet. Eine dieser Frauen ist Martha Fuchs(1892-1966), ehemalige und bis heute einzige Oberbürgermeisterin der Stadt Braunschweig. 

Widerstand zur Zeit des Nationalsozialismus wird in der Öffentlichkeit oft verstanden als männlicher Widerstand mit der Waffe in der Hand. Weiblicher Widerstand stellt sich hingegen oft anders dar und zeichnet sich unter anderem durch starke Solidarität und Unterstützung aus. Er wird fälschlicherweise häufig als „passiver Widerstand“ bezeichnet und ist im öffentlichen Bewusstsein wenig präsent, trotz einiger Jahrzehnte feministischer Bewegung und trotz unzähliger Veranstaltungen, die an die verschiedenen Facetten von Widerstand während des Nationalsozialismus erinnerten. Ausstellungskurator Dr. Henning Fischer, Berlin, erläutert: „Während in der BRD vor 1989 die Überlebenden aus der ArbeiterInnenbewegung von offizieller und institutioneller Seite wenig Beachtung fanden, galt die Wertschätzung in der DDR in der Regel nur denjenigen, die in die Parteigeschichte der SED einzupassen waren. Es war also an der Zeit, Leben und Wirken der politischen Häftlinge Ravensbrücks erneut zu betrachten, ihnen aus dem Dunkel des Vergessens und der Ignoranz zu verhelfen – ohne dabei eine geglättete, widerspruchslose HeldInnengeschichte zu erzählen.“

Baracken des KZ Ravensbrück© Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Die Ausstellung bietet vielfältige historische und höchst aktuelle Ansätze zur Auseinandersetzung mit rechter menschenverachtender frauenfeindlicher Gewalt. Sie wird erweitert um einen fotografischen Rundgang durch das Leben der Politikerin Martha Fuchs, die nach Kriegsende prominente politische Ämter bekleidete. Sie war Kulturministerin des Landes Braunschweig, Staatskommissarin für das Flüchtlingswesen im Lande Niedersachsen mit Ministerrang und schließlich 1959 bis 1964 Oberbürgermeisterin der Stadt Braunschweig.

Kooperationspartner sind: Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Gedenkstätte Friedenskapelle Braunschweig, Fachbereich Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig, Gleichstellungsreferat der Stadt Braunschweig, Die Braunschweigische Stiftung und weitere Unterstützer. Wir danken allen Beteiligten.

Die Ausstellung ist eine Wanderausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück / Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, 2019.

Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung, unter Veranstaltungen finden Sie weitere Informationen zum Programm. Zur Beachtung: Alle nachfolgenden Angaben zu den Veranstaltungen erfolgen unter Vorbehalt. Aufgrund der Vorgaben des Landes Niedersachsen zum Schutz vor dem Corona-Virus kann es zu Programmänderungen kommen. Bitte setzen Sie sich in Zweifelsfällen mit dem Museum in Verbindung.