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Braunschweig ist Fairtrade-Stadt

Logo der Kampagne "Fairtrade Towns" (Logo: TransFair e.V.)

Als 237. Stadt in Deutschland ist Braunschweig mit dem Titel 'Fairtrade-Stadt' ausgezeichnet worden.

Nachdem der Rat der Stadt Anfang 2012 beschlossen hatte, den Titel 'Fairtrade-Stadt' anzustreben, wurde der Bewerbung Braunschweigs um diesen Titel Ende 2013 entsprochen. Braunschweig ist damit eine von rund 1.500 Städten weltweit, die offiziell diesen Titel tragen. Die entsprechende Urkunde wurde am 31. März 2014 vom Ehrenbotschafter von TransFair e.V., Manfred Holz, im Rahmen einer Feierstunde in der guten Stube der Stadt Braunschweig -dem Altstadtrathaus- an die Stadt übergeben.

Die Organisation TransFair e.V. verleiht den Titel "Fairtrade-Stadt" an Städte, die sich der lokalen Verbreitung von Fairtrade-Produkten verschreiben. Braunschweig bekennt sich damit zu den Fairtrade-Grundsätzen wie soziale Gerechtigkeit sowie faire Ökonomie und Ökologie. Die Stadt übernimmt Verantwortung und geht mit gutem Beispiel voran.

Die Erfüllung von insgesamt fünf Kriterien schreibt TransFair e.V. für eine Zertifizierung vor.

Welche Kriterien müssen erfüllt werden?

Kundin im Supermarkt (Foto: TransFair e.V.)

TransFair e. V. schreibt fünf Kriterien vor, die Städte erfüllen müssen, um die Auszeichnung zu erhalten:

  1. Ein Ratsbeschluss muss vorliegen, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rates sowie im Bürgermeisterbüro Fairtrade-Kaffee und ein weiteres fair gehandeltes Produkt verwendet wird. Außerdem muss die Entscheidung getroffen werden, als Stadt den Titel "Fairtrade-Stadt" anzustreben.
  2. Eine lokale Steuerungsgruppe muss gebildet werden.
  3. Im lokalen Einzelhandel und der Gastronomie müssen Fairtrade-Produkte angeboten bzw. ausgeschenkt werden.
  4. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen müssen Fairtrade-Produkte verwendet und Bildungsaktivitäten zum Thema "Fairer Handel" durchgeführt werden.
  5. Die örtlichen Medien müssen über die Aktivitäten auf dem Weg zu "Fairtrade-Stadt" berichten.

Wie läuft es in Braunschweig?

Die lokale Steuerungsgruppe initiiert und koordiniert die weitere Entwicklung als Fairtrade-Stadt. Sie besteht aktuell aus den Mitgliedern:

  • Torsten Glaser (Landesschulbehörde)
  • Uta Hirschler (Pröpstin der evangelischen Kirche)
  • Karsten Ziaja (Arbeitsausschuss Tourismus Braunschweig)
  • Mark Alexander Krack (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband, Einzelhandelsverband, Arbeitsausschuss Innenstadt)
  • Lars Dedekind (Verein Fair in Braunschweig e. V.)
  • Wilfried Steen (Verein Fair in Braunschweig e. V.)
  • Franziska Dickschen (Verein Fair in Braunschweig e. V.)
  • Dr. Renate Sievers-Altermann (Verein Fair in Braunschweig e. V.)
  • Marianne Zimmermann (Verein Fair in Braunschweig e. V.)
  • Ruben Enxing (Eine-Welt-Regionalpromotor)
  • Michael Kleber (DGB)
  • Hansi Volkmann (DGB)
  • Gerold Leppa (Braunschweig Stadtmarketing)
  • Kathrin Achilles (Stadt Braunschweig)

Verein "Fair in Braunschweig"
Der gemeinnützige Verein „Fair in Braunschweig e.V." ist von Bürgerinnen und Bürgern mit der Bewerbung der Stadt Braunschweig um den Titel „Fairtrade-Stadt" gegründet worden. Der Verein wirbt aktiv für den fairen Handel. Er unterstützt die Fairtrade-Bewegung in der Stadt und Region Braunschweig. Er arbeitet mit staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen und der Wirtschaft zusammen, die Fairness im Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen und soziale Gerechtigkeit aktiv befördern.

Der Verein setzt sich – auch zugunsten nachfolgender Generationen – ein für Fairness gegenüber der belebten Umwelt. Er wirkt hin auf umwelt-, agrar- und wirtschaftsethisch orientiertes Verhalten.

Trägerkreis "Braunschweig Kaffee" 
Bereits seit Jahren engagiert sich der Trägerkreis "Braunschweig Kaffee" für fairen Handel von Kaffee in Braunschweig. Damit unterstützt er die Förderung von sozialer und nachhaltiger Entwicklung, den ökologischen und nachhaltigen Umgang mit Mensch und Natur sowie weltweit gleichberechtigte Partnerschaften. Beteiligt an diesem Trägerkreis sind unter anderem der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen Braunschweig, der Deutsch-Nicaraguanische Freundschaftsverein, der El Salvadorkreis der Albertus Magnus Gemeinde, der Weltladen des evangelischen Stadtjugenddienstes, die Evangelische Studierende Gemeinde, attac Braunschweig sowie Einzelpersonen.


Schüler und Lehrer des Martino-Katharineums präsentieren ein Plakat zum Thema „Fairtrade“, das im Unterricht der 9. Klasse entstand. (Foto: Martino-Katharineum)

Schulen
Exemplarisch für das Engagement der Schulen in Braunschweig beschäftigen sich Lehrer und Schüler des Martino-Katharineums sowie der Ricarda-Huch Schule mit dem Thema "Fairtrade". An beiden Schulen wurde beispielsweise der Kaffee des Lehrerkollegiums auf Fairtrade umgestellt. Am Martino-Katharineum beschäftigen sich die Klassenstufen 9 und 10 im Unterricht mit dem fairen Handel von Baumwolle und Kaffee.

In der Ricarda-Huch-Schule ist der Gedanke des fairen Handels im Schulprofil verankert und Bestandteil des Konzepts der Umweltschule. Schüler und Schülerinnen engagieren sich in einer Fairtrade-AG, verkaufen in den Pausen fair gehandelte Waren und betreuen auf Schulfesten oder an Elternsprechtagen das „Fairtrade-Cafe“.

Was ist Fairtrade?

Fairtrade-Siegel

Das Fairtrade-Siegel steht für soziale Gerechtigkeit sowie faire Ökonomie und Ökologie bei Rohstoffverarbeitung und Produktion und unterstützt so die Produzenten in den Entwicklungsländern.

Bei Produkten mit dem Fairtrade-Siegel haben Verbraucher die Gewissheit, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Beschäftigten durch Fairtrade-Preise und -Prämie verbessert werden. Außerdem sind illegale Kinderarbeit und Zwangsarbeit verboten.

Welche Fairtrade-Siegel werden akzeptiert?

Für die Erfüllung der Fairtrade Towns-Kriterien wird nicht nur das Siegel der TransFair e. V. akzeptiert, sondern zusätzlich die aller Mitglieder der World Fair Trade Organization WFTO, beispielsweise dwp, El puente, Gepa. Außerdem alle Weltladen-Lieferanten, die der Konvention der Weltläden insgesamt gerecht werden, das sind zum Beispiel adepa, Aprosas, Arte Indio, BanaFair, Contigo, Fairkauf, Globo, Regenwaldladen, dwp, El puente und Gepa.

Mehr zu diesen Siegeln auf www.wfto.com und www.weltladen.de.

Außerdem stellt Ihnen der von der Braunschweig Stadtmarketing GmbH in Kooperation mit Fair in Braunschweig e. V. erstellte Flyer Informationsquellen über entsprechende Siegel bereit und erleichtert Ihnen damit bei Ihrem nächsten Kauf die Entscheidung für ein fair gehandeltes Produkt.

 

Fairer Online-Einkaufsführer für Braunschweig

Auskunft darüber, wo man in Braunschweig fair gehandelte Produkte kaufen kann, gibt der faire Online-Einkaufsführer, den der Verein Fair in Braunschweig e. V. erstellt hat.

Hier wird auf einen Blick deutlich, in welchen Braunschweiger Geschäften welche fair gehandelten Produkte erhältlich sind. Verschaffen Sie sich in der nach Postleitzahlen geordneten Auflistung einen Überblick:

Braunschweiger Kakao-Projekt

(ICG Dome, TU Braunschweig / v.l.n.r. Kristof von Anshelm, Sina Pardylla, Sarah Zerwas, Marie Christall)
(ICG Dome, TU Braunschweig / v.l.n.r. Kristof von Anshelm, Sina Pardylla, Sarah Zerwas, Marie Christall)

Ein Braunschweiger Team junger Transformationsdesigner entwickelt in einem neuen Kreativprojekt die Grundidee des Braunschweiger Agrarethikers und Fairtrade-Akteurs Dr. Uwe Meier weiter, den sog. Friedenskakao aus Kolumbien nach Deutschland zu holen. Zum Team gehören neben Marie Christall und Sina Pardylla vom Studio NEA auch Kristof von Anshelm und Sarah Zerwas von der Agentur von A und Z.

Das Kreativteam will fair gehandelten Friedenskakao aus Kolumbien importieren, daraus hergestellte Produkte auf den Markt bringen und damit Veränderungen im Konsumverhalten und Wirtschaften in Deutschland bewirken. Den dafür notwendigen Veränderungsprozess wollen die Kreativen, überwiegend Absolventen der hiesigen Hochschule für bildende Künste, durch ihr Design Know-how anstoßen, befördern und gestalten. Nähere Informationen dazu hält der eigens dafür online gestellte Blog unter http://cacao-de-paz.de/ bereit. Eine Facebookseite soll ebenfalls entstehen. Dort werden sämtliche Prozessfortschritte festgehalten, so dass der spannende Prozess des Denkens, Beförderns, Veränderns und Etablierens jederzeit transparent verfolgt werden kann.

Für Ihr Projekt ist das Kreativteam am 13. September 2016 vom Land Niedersachsen als Kreativpionier ausgezeichnet worden.

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