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Wilhelm Schwenke übernahm 1897 die Mühle in Timmerlah

Teutloff verkaufte 1897 das Grundstück an den Meister Wilhelm Schwenke aus Ahlden/Aller. (Die Eltern von Wilhelm Schwenke hatten, angetrieben durch den Erdölboom in der Heide, sich dort angesiedelt und selbst einen kleinen Bohrturm betrieben.) Der Müller Wilhem Schwenke arbeitete dort ab 1865 in der Nähe des späteren Ahlender Bahnhofs in der von ihm errichteten Grütz- und Schrotmühle .

© Quelle Chronik AhldenJungfernmuehle Ahlden

„Zwischen 1865 und 1915 gab es eine Kuriosität in der „Mühlen-kultur“ in Ahlden. Eine Grützmühle nicht sonderlich wirtschaftlich, aber schön anzusehen. Den Namen Jungfernmühle hat sie von ihrer äußeren Form :             Kopf - eingeschnürte Taille - und einen weiten Rock.“ (Bild und Text aus der Chronik von Ahlden – Die Mühle wurde 1915 abgerissen)

Wilhelm Schwenke heiratete die gebürtige Timmerlaherin Auguste, geb. Harms. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor, u.a. der Sohn Wilhelm jun., der später die Mühle übernehmen sollte, die Tochter Else, später verheiratete Goldapp, Restaurant „Zur Rothenburg“ in Braunschweig-Weststadt, und eine weitere Tochter, die später die Frau eines Lehrers wurde, der in Langlingen bei Celle im Dienst war.

© Quelle A.Goldapp, Restaurant RothenburgFamilie Schwenke vor der Muehle

"Wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Nach diesem Grundsatz bediente der Müller seine Mahlgäste/-kunden, sofern der Wind die Flügel und damit die Mahlsteine drehte. Ein weiterer Kernsatz von Wilhelm Schwenkes: „Hefte kei Wind, kannste kei Mehl moken!“ brachte ihm seinen Spitznamen ein: Hefte. Doch Wilhelm Schwenke gab sich nicht damit zufrieden, auf den Wind zu warten. Diesen wollte er, wie viele andere Müller auch, durch die aufkommende Dampfkraft ersetzen. Er kaufte die Heuer’sche Dreschmaschine in Timmerlah und pachtete den dazugehörigen Schuppen auf dem heutigen Grundstück Nettlingskamp 16 (Cramm, F.W.: Höfe, Häuser und Menschen in Timmerlah. Bd.1, 1930, S.19). Dies führte zu einer erheblichen Leistungssteigerung der Mühle. Doch die Höchstleistung war erst mit dem später installierten Elektromotor möglich, so dass „...100 Ztr. Mehl und 140 Ztr. Schrotkorn innerhalb 6 Tagen“ (aus dem Schulaufsatz von Erika Schwenke, 1952 s.u.) möglich waren.

Wilhelm Schwenke war aber nicht nur Müller in Timmerlah.

Aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr (1924) ist zu entnehmen, das Wilhelm Schwenke von 1904 – 1918 Feuerwehrhauptmann in Timmerlah war.

Wilhelm Schwenke gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern vom Männer-Gesang-Verein Timmerlah von 1893, der am 25.Oktober 1893 in der Schlüterschen Gastwirtschaft (heute „Zur Alten Dorfschmiede“) gegründet wurde.

Das Schwenke (leider) auch ein geselliger Mensch war, entnehmen wir den Ausführungen des Chronisten Cramm (vgl. Cramm, F.W.: Höfe, Häuser und Menschen in Timmerlah. Bd.1, S.20, 1930):

„Die Nähe der Schlüterschen Gastwirtschaft war für die Arbeit Wilhelm Schwenkes nicht sehr förderlich.“

1924 verstarb Wilhelm Schwenke.