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Ass 15 Näwig

© Plan von 1751 Staatsarchiv WolfenbuettelAss15 und Ass17 gehören zusammen

Grosskothhof No. 15
Der heutige Näwig’sche Hof besteht aus obiger Grosskothhof und der Klein Kötherstelle No.17, dem jetzigen Tagelöhnerhaus. 1772 gehörte der erste Christof Meier und der andere Hans Heinrich Siedentopf Veranlassung, dass hier ein Näwig aus Woltorf eíngeheiratet war wohl die 1773 geschlossene Ehe zwíschen Hennig Heinicke aus Woltorf mit Heinrich Ríeks Witwe Catherine Elísabeth geb. Meíer, deren beider Töchter Catharina Dorothea (geb.1776) 1794 Bernhard Chrístoph Näwig aus Woltorf heiratete und schon im folgenden Jahre starb.
Ueber die obíge Frau Heínícke, verwítwete Ríeks, geb. Meier, sicher eine Schwester des Christof Meier, wird der Hof an die Näwigs gekommen sein.

Der Urgrossvater des jetzigen Besitzers, verheiratet mit Dorothea Thörmann, geb. 1770 in Lamme, war aus Woltorf gebürtigt, hatte eine grosse Kinderzahl, die er gut erzog und vorbildlich in seine Wirtschaft ausnutzte. Er war der erste, der im Grossen Cichorien anbaute, eine Wurzel, die gedarrt und gemahlen als Kaffe-Ersatz diente und daher hoch im Preis stand (100 Pfund 1 Thl.). Hierdurch kam er zu Wohlstand, konnte etwas an seinen Hof anwenden und seine Kinder gut anbringen. Er baute vor die Scheune ein Feuerspann, in dem zwei Familien wohnten und riss das Wohnhaus zum größten Teil ab und baute ein besser eingerichtet neu auf.

Hoch und luftig sollten nach Ansicht des Zimmermeisters die Räume werden, der Bauherr aber war anderer Meinung und bestand, als er den ersten Ständer stehen sah, darauf, dass man von jedem 1 ? Fuss herunterschnitt. Als dieses geschehen und alle neu gezapft waren, konnte das „Richten“ seinen Fortgang nehmen.

Ein Sohn war Müller geworden; er starb an den Pocken im Februar 1848, 8 Tage nach seinem Vater. In diesem Monat hielt der Tod in Timmerlah furchtbare Ernte. Von den 20 Todesfällen des Jahres 48 fallen allein 8 auf den Februar.

Ein anderer Sohn heiratete 1831 nach Mascherode auf den Gerecke’schen Ackerhof, wo das Geschlecht heute noch exestiert.

Der Älteste, Christopf, wurde Erbe, hatte 5 Kinder und wurde fast 95 Jahre alt. Heinrich beerbte ihn, die 3 Schwestern wurden Bauerfrauen: in Wahle (Friedrichs). In Siersse (Brandes) und in Gr. Gleidingen (Heike). Des Sohnes Frau war wieder eine Näwig aus Wahle. Dieser Ehe entsprossten 1 Sohn und 1 Tochter. Die letztere heiratete nach Teutendorf bei Travemünde einen Landwirt Schrader, dessen Vater aus Siersse stammend – sich dort angekauft hatte.

Der Sohn führte die jüngste Tochter und Hoferbin des Grosskothsassen H. Behrens No. 28 als Frau heim; aus dieser Ehe (1910) stammt eine Tochter - Luise.

War der Grossvater ein stiller, besinnlicher und gefälliger Mensch gewesen, so konnte man davon vieles auch an seinem Sohne entdecken. In eínem aber unterschieden sie sich. Der Sprosse trank ganz gern mal ein Schnäpschen und kam, da er leicht reagierte in redselige Laune. Er, der sonst fasst wortkarg und fremd ist, konnte angenehm plaudern und ich erinnere mich aus der ersten Zeit meines Hierseins eines Zusammentreffens mit ihm in der Wiese - so ich ihn in solcher Stimmung traf und mit ihm über die Herkunft dieses Berges ins Gespräch kam. Was wusste er nicht alles aus der Geschichte seiner Heimat und wie lebendig war seine Darstellung. Schade, dass ich ihn heute nicht zur Hand habe. Seine "Eigenheit" in der Arbeit vererbte sich auf seinen Sohn, der eigentlich landwirtschaftlicher Techniker und Maschinenbauer hätte werden müssen.

Leider ist diesem seine Dienstzeit bei den Husaren und die Jagd in mancher Beziehung zum Verhängnis geworden und Ursache, dass sich hier, die schlechten Verhältnisse in unserem Berufe ganz besonders stark auswirken. Not macht dem einen schnelle Beine, den andern macht sie gar zum Steine, sagt ein Spruch. Das erste trifft hier zu, nicht so zu verstehen, dass man die Flinte ins Korn warf, nein, dass man.rannte, von der Not wegzukommen, den rutschenden Wagen aufzuhalten und alle Wirtschaftssünden wieder gutzumachen. Wir wollen nicht mit Fingern zeigen, jeder hat heute seine Last und sein Tun - wünschen wir ehrlich, dass es hier wieder bergan geht.