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Ass 19 Heuer

© Plan 1751 Wolfenbuetteler StaatsarchivAss.19 Heuer

Grosskothof No. 19.
In der Feldbeschreibung von 1772 steht bei dieser Stelle 2 Grossköther Claus Reinecke, nachher Hans Heinrich Gehrmann, nune (jetzt) „ Levin Goecke“. Levin Goecke (auch Gödecke geschrieben) war 1723 in Retmar bei Sehnde geboren und starb 1795.

Da Casper Heuer, der Sohn eines Ackermannes aus Hohenhameln war und sich 1772 in Timmerlah mit Ilse Marie Geismar verheiratete, später Besitzer dieses Kotthofes wurde, ist anzunehmen, dass er als Verwandter den kinderlosen Göcke beerbte.
Die Stelle ging dann über auf dessen 1774 geborenen Sohn Conrad verheiratet mit Justine Sophie Kunkel, der sie wieder seinem ältesten Sohne Conrad vererbte, dessen Frau eine geborene Horn aus Denstorf war. Er war wie sein Vater Krugwirt und ist 1883 gestorben.
Bei der Separation ist er Syndike (Vertreter der Interessenten) und auf Christoffel Voges Hofe ( No. 27 ) Vormund gewesen.
Von seinen 8 Kindern erreichten nur 3 ein höheres Alter. 2 Töchter, von denen die ältere nach Geitelde auf Seeleshof, die jüngste nach Völkenrode auf den Jäger`schen Hof heiratete und der Sohn Heinrich, geb. 1838 (gestorben 1901), welcher eine Oppermann, (22.4.1870) aus Oelper No. 12 zur Frau nahm.

Aus dieser Ehe stammen 2 Söhne Hermann und Albert. Der Jüngste kaufte sich in Gr. Twülpstedt an, woher auch seine Frau stammt und Hermann erhielt die Stelle. Dessen Frau ist eine geborene Räke aus Liedingen. Sie haben auch wieder 2 Kinder, Sohn und Tochter.
Im Jahre ? errichtete Heuer eine Lohndrescherei und half damit einem grossen Bedürfnis ab. Den dazu nötigen Schuppen erbaute er auf seinem Acker hinter dem Dorfe an der Gr. Gleidinger Chaussee. Schon vor dem Kriege stiess er das Unternehmen ab, da das, was dem Dorfe und den Landwirten ein Vorteil war für ihn ein wirtschaftlicher und finanzieller Nachteil geworden war.
Es ging über in den Besitz des Mühlenbesitzers W. Schwacke. Auch für diesen wurde der Dreschbetrieb nicht, was er davon erwartet hatte.

Im Kriege, den Heuer als Artillerist mitmachte, traf die Familie ein grosses Unglück, am 4. April 1917 wir waren gerade beim Bohnenstopfen - kam dort Feuer auf und fast das ganze Anwesen brannte nieder. Es hatte Mühe, die Nachbargrundstücke zu schützen, da der Südwind sich aufmachte. Mit Streichhölzern spielende Kinder, darunter der kleine Sohn des Besitzers, waren schuld. Da die finanziellen Verhältnisse schon vordem nicht die besten waren, konnte man an einen ordnungsmässigen Wiederaufbau nicht denken.
Eine Behausung schuf man notdürftig durch Anbau an das stehen gebliebene Waschhaus und die Scheune fand Ersatz dadurch, dass man die von H. Lampe auf Abbruch verkaufte Giesekesche Scheune hierher setzte.
H. Heuer ist ein gefälliger, fast gutmütiger Mensch, aber von der alten Krugluft muss etwas in den früheren Räumen hängen geblieben und auf ihn überkommen sein. Glück und Zukunft seiner Familie scheint er zeitweise ganz zu vergessen. Schon hat er Land verkauft und um weiteres Unheil zu verhüten, hat man die Hilfe der Behörde in Anspruch genommen.