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Ass 53 Gröper

© Plan 1866 Wolfenbuetteler StaatsarchivAss.53

Haus No. 53.
Neben der „Fahrt“ aus Ebelings-Sandkuhle liegen zwei Häuser, von denen das linke aus dem abgerissenen und verkauften Pfarrwitwenhause neu erstand, zusammen mit einem gleichfalls und gleichzeitig abgerissenen Hausvorbau des Behrens`schen Grosskothhofes No. 28. Erbauer war der zurzeit der Separation als Kuhhirt bestellte H. Gröper;
nachher wurde sein Sohn Besitzer, wie er Nachfolger in den Aemtern wurde, mit denen die Gemeinde den ehemaligen Hirten „beehrte“: Gemeindediener und Nachtwächter.
Dieser war zuvor lange Jahre Tagelöhner auf Wachsmuths Hof gewesen. Er war ein fleissiger treuer Arbeiter, der keine Aufsicht nötig hatte, ein gerader Charakter - was man ihm aus dem Gesichte ablesen konnte. Als er starb, hatte Superintendent Schumann für ihn als Leichentext das Wort vom guten und getreuen Knecht gewählt.

Sein Sohn war nicht so geartet. Er ging als Schlosser nach Berlin, wo er noch heute lebt. Seine älteste Tochter ehelichte der Zimmermann und spätere Schweinehändler Rieks.
Die jüngste, die Erbin von Haus und Land, heiratete Hermann Jäger, 1880 in Lemmersdorf, Kr. Prenzlau, geboren, der auf der Schmidt`schen Ziegelei am Madamenwege einen guten Posten inne gehabt und früher mal zur Leibgarde der Kaiserin gehört hatte. Eine verschlossene Natur, unzufrieden mit seinem Lose, und wie Nachbarn wissen und die, welche Mitbewohner des Hauses waren oder sind, oft ein Tyrann seiner nächsten Umgebung. Hart hat der Herr die Hand auf ihn und auch leider auf seine Frau gelegt, dass er ihnen ihr kluges, weit über ihre Jahre sehendes Kind langsam wegnahm. Ob das verschlossene Herz und der harte Sinn durch solchen Druck wohl aufspringen und weich werden?
Im Hause lebt noch der alte Vater des Besitzers, Paul Jäger, und als Mietsmann wohnt darin Otto Harenberg, Sohn von Fritz Harenberg, verheiratet mit Luise geb. Grove aus Denstorf. Er diente uns im 2. Und 3. Kriegsjahre.