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Ass 26 Bartels Hof

© Quelle Plan 1751 Wolfenbuettler StaatsarchivAss26 Meier

Er eignete 1772 einem Diedrich Brandes, der den Hof einer Bruderstochter aus Gr.Gleidüngen schenkte, die sich mit einem Bues aus Wierthe verheiratete. Ihnen wurde eine Tochter geboren, die 1839 17 Jahre alt starb Ihre Grabstätte zierte eine Sandstein-Säule, die bei Anlage des Ehrenmales weggenommen werden musste und leider zerbrach. Erbe wurde ein Meier aus Wierthe, dessen Frau eine Brandes aus Gr.Gleidingen (seine Base, 1859) war, Mutter von drei Jungen wurde und dann starb. Nun heiratete Meier die Schwester seiner Frau, die ihm eine Tochter gebar, 1871, welche starb, wie auch die Mutter 1875. Dritte Frau wurde eine Lehrerstochter aus Oelper, die auf ihm Wachsmuth's Hofe bei dem Pächter Müller Stütze war. Die gebar 4 Kinder, 3 Söhnen und 1 Tochter. Der alte Meier war kein guter Ackerwirt, aber ein um so grösserer Liebhaber des „gebrannten Weines”.

© Quelle Plan 1866 Heimatpfleger B.AumannAss.27 und Ass.26 verschmelzen

Sein ältester Sohn heiratete, wie erwähnt, die einzige Tochter von nebenan, Alwíne Voges, trat in des Vaters Fusstapfen, verschwendete Geld an Ackergeräten und Pferden und baute an der Stelle des a1ten Meier'schen Hauses, das schon in der Dorfbeschreibung von 1772 als im mittelmässigen Zustande bezeichnet wird, einen grossen, viel zu grossen und deshalb zu teuren Stal1. Er starb nach kurzer Ehe und hinterliess 2 Töchter. Seine Witwe heiratete nicht wieder, rief ihren 0nkel Hennig Brandes auf den Hof, der mit Fleíss und grosser Umsicht versuchte, den verschuldeten Hof zu halten. Im Jahre 1911 wurde der Hof, nachdem ihn viele Reflektanten besichtigt hatten, verkauft an den jetzigen Besitzer, Otto Bartels, dessen Heimat Hoheneggelsen und der mit Marie, geb. Schultze, Bendaher, verheíratet ist. Auch des Besitzers alte Mutter kam hier mit her und hat hier später auch ihre letzte Ruhestätte gefunden.

© Quelle J.BartelsAss.26 Bartels Hof ca. 1930
© Quelle J.BartelsAss.26 Bartels Hof

Der Bartelschen Ehe entsprossen 4 Kinder, 2 Söhne und 2 Töchter. Heinrich, der älteste, ist in Hildesheim auf der Landwirtschaftsschule gewesen, die er mit bestem Zeugnis verliess. Vom Vater, der ein Vieh- und Pferde“gott“ ist, hat er auch etwas bekommen, was sich im Interesse für den Reitsport – in gutem Sinne gemeint – äusserte, nachdem er nach einigen Kursen im Landgestüt, ein eifriges Mitglied im Reiterverein ist.
Bartels war es, der wie Gehrs und Wachsmuth einen grossen Teil der Wiesen in Weiden umwandelte. Auch sei ferner erwähnt, dass diese drei Höfe es immer waren und heute noch sind, welche über die meisten unständig beschäftigten Frauen verfügen. Aus diesem Grunde auch ganz selbstverständlich starkem Rübenbau trieben, was ihnen im Ernteertrag allgemein und in der Viehhaltung im besonderen zu statten kam.

© Quelle Fr.BartelsLuftbildaufnahme Bartels Hof

In der Inflation nahm Bartels allerlei berufliche Veränderungen vor, vergrösserte die Scheune um das Doppelte, baute den alten Stall auf Vogeshof aus, um ihn der Schweinezucht nutzbar zu machen und und pflasterte den ganzen grossen Hofraum. Auch dem alten Wohnhaus wurde ein neues Gewand gegeben. Stattlich und behäbig zugleich liegt der Hof heute da und lenkt die Blicke jedes passierenden Fremden auf sich.
Der Hof hat ein öffentliches Interesse. Nachdem seit einigen Jahren der Kreis Braunschweig eine Motorspritze besitzt, ist den Gemeinden aufgegeben, auch für entsprechende Feuerbrunnen zu sorgen, d.h. solche, die genügend Wasser halten. Auf dem Bartels’schen Hof war durch das Vorhandensein einer unerschöpflichen Wasserader Gewähr für Erfüllung obiger Forderung. Dem Wunsche des Gemeinderats, dort einen grossen Brunnen anlegen zu dürfen, entsprach der Besitzer. Zwischen Wohnhaus und Strasse hat er seinen Platz gefunden. Auf dem Bartels’schen Scheunendach ist auch die mit dem Feuermelder in Verbindung stehende Alarmsirene angebracht.