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Ass 25 Meier

© Quelle Plan 1751 Wolfenbütteler StaatsarchivAss 25 mit Ass 26 verbunden

Grosskothhof No. 25
Nach der Feldbeschreibung von 1772 war hier Jürgen Meier Besitzer, dessen Sohn Jürgen (geb. 1762) heiratete als Witwer 1809 Hanna Wilhelmine Marie Heuer, Tochter von Caspar Heuer, Hohenhameln. Durch Erbschaft war er mit dem Voges'schen Halbspännerhof No.26 zusammen gekommen. Beim Tode von Christoffel Voges (1848) erbte ihn dessen zweiter Sohn Conrad, eben konfirmiert, als die Mutter starb, kam er zu Verwandten. Erst auf Voges Hof (No. 23), dann nach Vallstedt, wo er lange Zeit am kalten Fieber krank lag. Da man den schwer zu behandelnden Jungen dort nicht hatte bändigen können, nahm ihn Bohnhorst (No.29) zu sich. Strenge sollte ihn gefügig machen, während vielleicht etwas Liebe und mütterliche Fürsorge das Richtige gewesen wäre. Trotz kam in ihm auf und eines Tages ging ihm auch der Respekt vor fremdem Eigentum verloren. Ehelich verband er sich 1869
mit Dorothea Wasmus aus Wahle. Ihr einziger Sohn, auch Landwirt geworden, hatte keine Neigung das väterliche Grundstück zu übernehmen, da die Gebäude in schlechtem baulichen Zustande waren und andererseits Geld vorhanden war, um eine grössere Landwirtschaft zu betreiben. Er heiratete
die zweite Tochter von Wilhelm Decker, Mölme bei Hoheneggelsen, der einen etwa 300 Morgen grossen Hof hatte und ein guter Freund meines Vaters war. Man pachtete im Osten eine grosse Landwirtschaft – kaufte, behaupteten andere - tauchte aber nach kurzer Zeit wieder in der Heimat auf,
wo niemand aus den Verhältnissen klug wurde, aber klar wurde, dass dieses Experiment allerlei Geld gekostet hatte. Aus der Ehe stammt ein Sohn, der das Bankfach erlernte und heute in Amerika ist. Der Vater lebt in Braunschweíg, wohin er nach dem Fehlschlage im Osten zog und wo er auch seine
Frau nach kurzer Ehe begraben musste. - Mathilde Decker . . .da denke ich an meíne Schulzeit in Hildesheim, wo sie beim Goldschmied Blume am „Hohen Wege" in Pensíon und die Schülerliebe meines Freundes Henry Konerding aus Anderten bei Misburg war. Wie flogen da unsere Hoffnungen,
was erwarteten wir nicht alles vom Leben? Sie - diese kleine schwarz-lockige und sckwarzäugige Prinzess, die ihr Vater im Wesen war, wie es ihr Junge im Aussehen ist. Ich hätte ihr ein besseres Los gewünscht, das sie auch verdient hätte, sie, die bei ihrer Mutter, die ein Mann-Weib war alles andere wie Liebe gefunden hatte.
Das Land war und ist verpachtet und das Haus mit seinen schiefen Stuben und sonstigen verpolterten Räumen vermietet an den Dachdecker Otto Müller, geb. 1869 aus Königsluttsr gebürtigt, dessen Frau Marie geb. Wettig (deren Mutter aus Timmerlah war, in Braunschweig wohnte und Niemeier hiess) auch die alte Mutter Voges in all ihrer Hinfälligkeit bis zu ihren Tod gepflegt hat.
Auch dieser Familie seien einige Worte gewidmet. Schon eínige Jahrzehnte betreibt Müller hierorts, in der Umgegend und in Braunschweig sein Geschäft, das in den letzten Jahren, bei der geringen Bautätigkeit kein lukratives war. Wohl hat ihm die Reparatur der im Kriege zwangsläufig entstandenen Dachschäden Arbeit und Geld gebracht, aber davon hat auch er nichts auf die „hohe Kante“ legen können. Vom Dachdecker sagt man scherzhafter Weise, „wenn er oben sitzt, hat er unten nichts mehr zu suchen". Das passt auf den Meister in vielen Fä1len, aber mag ihn und seine Familie der Schuh auch noch so sehr drücken – er, Frau und Kinder wissen dem Leben immer noch eine heitere Seite abzugewinnen und sind insofern glückliche und beneidenswerte Naturen. Der älteste,
schon verheiratete Sohn, der hier eine Klempnerei und Installationsgeschäft für Wasser und Elektrizität betrieb, ist nach Braunschweig verzogen, da er hier nicht genügend zu tun hatte und der Kauf eines Siedlungshauses mit der Zinslast für ihn unhaltbar geworden war.