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Ass 33 Asmer

© Plan 1751 Wolfenbuettler StaatsarchivAss.33 Asmer

Haus No.33 (Anbauerstelle)
Sie gehörte 1772 Christian Jahns. Diese Familie starb 1831 im Mannesstamme aus. Ein Schwestersohn erbte sie.
Fritz Asmer, geb. 1861, ein Sohn von Conrad Asmer (geb. in Lamme 1821), der auf der Schwellentränke in Braunschweig zur Arbeit ging und gleichzeitig ein Grossohn des WaterlooKämpfers war - kaufte das Anwesen von den Erben des unverheiratet verstorbenen Drechslers und Imkers Heínrích Staats, geb. 1848. Asmer war Schuhmacher - nicht nach Hans Sachsens Art, hatte aber einen guten Zungenschlag und konnte treffend und sogar bissig sein. Er war eine geschätzte Kraft im Gesangverein und eine Zugkraft auf der Bühne.
Auch war es ihm beschieden im öffentlichen Leben – Gemeinde-politisch – eine Rolle zu spielen.
Als nach Ablauf der Amtszeit des Gemeindevorstehers Albert Ebeling; (No. 21) neu gewählt werden musste, stand Jul. Düerkopp neben dem Landwirt H. Näwig mit auf der Wahl, den in der Hauptsache die Sozialisten als Kandidaten aufgestellt hatten. Landwirt Näwig wurde mit schwacher Mehrheit gewählt.

Infolge eines Einspruchs seitens der Düerkopp-Wähler, die das Wahlgeheimnis verletzt sahen, kam es zu einer zweiten Wahl, die leider den bürgerlichen Kandidaten unterliegen liess, weil ein Teil aus diesem Lager als Nichtwähler g1änzte. Die Einspruchsgründe waren: einmal die verschiedene Tönung der weissen Stimmzettel und sodann der Vorwurf der Beeinflussung resp. Androhung von Massnahmen in Bezug auf das Dienst- und Lohn-Verhältnis.
Der erste Grund war nicht ganz unberechtigt, aber nur als Wahltrick anzusehen, da die Zettel, welche damals jede Partei von sich aus beschaffte, aus derselben Druckerei stammten, einer die auch Staatsaufträge hatte.
Was aber die erhobenen Vorwürfe anlangte, so waren nie ernst gemeinte Redensarten einiger Landwirte auf die Goldwaage gelegt und mit der Sonde sozialistischer Parteianwälte behandelt, bei der an Duerkoppsche Stelle Asmer trat.

Asmer gab sich Mühe, sein Amt neutral und sachlich zu verwalten, konnte aber nicht immer von einer gewissen Voreingenommenheit loskommen. Ein schweres Leiden, das ihn schleichend packte, brachte ihm ein langsames und nicht leichtes Ende. Er war politisch und in seiner wirtschaftlichen Auffassung nicht mein Mann, das hat mich aber nicht abgehalten, wo es nötig war, zu ihm zu stehen. Dass er dafür Verständnis gehabt hat, konnte ich merken, als ich ihn kurz vor seinem Tode nochmals besuchte.
Asmer war zweimal verheiratet. In erster Ehe mit ……..geb. Meierding aus Uefingen, mit der er 7 Kinder hatte.

Eine seiner Töchter, die ihren Stiefbruder heiratete, diente uns sieben Jahre.
Sein ältester Sohn, Militäranwärter ist in Berlin Reichsbankbeamter.
Seine zweite Frau wurde die Witwe Anna Lüth, geb.Prössel, die als Altenteilerin im Hause wohnen geblieben ist.
Der mittelste seiner Söhne, Heinrich, übernahm die Stelle, heiratete eine Voges aus Sonnenberg, geht in Braunschweig zur Arbeit – fährt mit dem Motorrade müsste ich eigentlich sagen, um damit anzudeuten, wie sehr sich die Verhältnisse gegen früher änderten.
Nebenbei betreibt er auch Landwirtschaft, was anfangs seiner Ehe, gleich im Grossen geschehen sollte. Vielleicht glaubend, dass es immer nach dem Wort ginge „den Bauern wächst es im Schlafe zu“. Dass das in den meisten Fällen 90 von Hundert anders ist, liess ihn bald „ein Haar in der Suppe finden“ und wieder abbauen.