EN

1771-1794

1774 Pastor Schroeter meldet, dass das Strohdach des Cutsch-Schauers schlecht sei und neu gedeckt werden müsse, da sonst sein Wagen und anderes dort untergebrachtes Geschirr schlecht würde. Die Timmerlaher Bauern weigern sich aber, dazu Stroh herzugeben, weil sie nie etwas dazu geliefert hätten. Die Sonnenberger und Broitzer zögern deswegen. Erkundigungen des Land-Commissars im Oktober 74 ergeben „Dieses Haus hätten einst die Bauern Pastor Fricken zu Gefallen hingestellt und Pastor Colditz habe sich zu den Reparaturen Tagelöhner aus Sonnenberg geholt, wie auch die Sonnenberger das Material geliefert hätten“.

Da es sich um das Schauer für die Pastorenkutsche handelt, ist die Weigerung der Timmerlaher erklärlich. Die Kutsche fahren die Sonnenberger und Broitzer, mochten sie deshalb auch das Dach für den Unterkunfstraum der Kutsche flicken.

1776 In einem Schreiben wünscht Pastor Schroeter den Umbau der Stuben im Pfarrhause, da die eine durch eine dünne Wand, in welcher der Ofen steht und sich ein Fenster befindet, in zwei Teile geteilt wird. Hier nehmen die Dienstboten an meinen Amtsgeschäften teil, währenddem ich unter ihren Ungezogenheiten leide.“

Er weist auf die schlechte Lage der Gemeinde hin, erinnert an das Viehsterben, das allgemein war, auf manchen Höfen zweimal, ferner, dass der Krieg und besonders die Belagerung von Braunschweig für die Orte, die mit in das Lager eingeschlossen waren, das Elend bis in die spätesten Zeiten unauslöschlich gemacht habe. Verhagelung und Mäusefrass sind später dazugekommen und im Sommer 1776 Misswachs, vorzüglich in Futter und Flachs. Von ganz besonderer Bedeutung und bezeichnend für den Freimut des Pastors Schroeter ist der Hinweis, dass die Grundstücke der Kirche, von welchen die Kaptitalien gesammelt werden, letzten Endes aus den wohltätigen Vermächtnissen der Vorfahren ihren Ursprung genommen haben und dass deshalb die Gemeinde ein Recht auf die Gelder hätte und man sie darum sei Serenissimo nicht um Beihilfen betteln lassen solle.

Der Erfolg wäre nur der, dass „die durch Bauten, Reparaturen usw. vermehrten Sorgen das Herz der Zuhörer gegen alle Himmlischen Wahrheiten verschlossen halten und den Prediger (- 9-) mit Widerwillen und Ebitterung betrachten lassen.“

1778/79 wurden die Reparaturen am Pfarrhaus usw. ausgeführt.


1780 Da kein Ofen in der Wohnstube des Schulhauses ist, drängt das Consistorium darauf, dass die Herren vom Amt Eich zu Denstorf „verfugen, dass dieser Ofen bald möglichst gesetzt werde.“

1789 Bei der Übergabe zwischen Pastor Schroeter, der als Superintendent nach Lichtenberg kam, und seinem Nachfolger Pastor Rüdemann häufen sich die Schwierigkeiten derart, dass es sogar zur gerichtlichen Klage kam. Es handelt sich um den Ansatz von Holz, Heu und Brache. Der Superintendent wurde in Wolfenbüttel mit seiner Klage abgewiesen.

1794 beantragt Pastor Rüdemann den Verkauf der alten Linde neben der Kirche, desgl. Des Fricke’schen Grabsteines über dem Grabe zweier Kinder. Als man davon im Dorfe erfahren, erhält er „die Nachricht, dass die Gemeinde die Linde nicht missen wollte und würde keiner sich einfinden, darauf zu bieten“.

Interessant ist auch ein Visitationsbericht über die Timmerlaher Schule aus der Zeit des Opfer-manns Schrader, der 1802 verstarb.

„Unter der Schuljugend hielt er eine zweckmässige Ordnung und bestrafte wenig mit dem Stocke, sondern verstand durch erregte Ambition eine gute Disziplin zu halten.

Die Schule besuchten 54 Kinder. Die Sommerschule wurde, ausgenommen, wann der Flachs gejätet werden muss (etwa um Pfingsten) bis zur Ernte fleissig besucht.

In der Rubrik ‚Wie viele lernten Schreiben‘ heisst es

„Sechs Söhne und fünf Töchter, einige verferfertigten selbst kleine Aufsätze.“