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Lehrer ab 1905

1905 lebten in Timmerlah 603 Einwohner mit 125 zu unterrichtenden Kindern (vgl. K.Sauer, B-Schulgeschichte 2004).

Cramm schreibt zur Bildungssituation (Bd.1, S. 20 a): "Als man die Kinderzahl in den Klassen verringerte, um ein besseres Bildungsergebnis zu erzielen, wurde auch in Timmerlah eine Hilfslehrerstelle eingerichtet, die zuerst mit einer jungen Lehrerin Fräulein Noack aus Braunschweig besetzt wurde."
Das 21 jährige "Fräulein" Else Noack hatte gerade ihre dreijährige Lehrerausbildung am Lehrerseminar Braunschweig absolviert hatte.

Der Superintendent Schumann, in Personalunion auch Schulinspektor von Timmerlah, stellte "Fräulein" Noack an und dokumentierte den Verwaltungsakt in seinem Schreiben an das Herzogliche Consistorium in Wolfenbüttel vom 4.Mai 1905 mit der Nr. 5318

© Quelle Jürgen KlauenbergEinstellung der Hilfslehrerin Noack 1905

"Ihr folgte eine bunte Reihe junger Lehrer:
E r i c h Z i m m e r m a n n
W a l t e r S o n n e n b e r g
A l b e r t S c h u l z e
H e r m a n n D i n g e r l i n g
W i l l i M ü l l e r
R u d o l f U n g e r
F r i e d r i c h G r ö p e r
R o b e r t J o r d a n
Aus der Hilfslehrerstelle wurde eine ordentliche zweite Lehrerstelle,
die der Lehrer
H e r m a n n S o n n t a g (aus Braunschweig) bisher
in Holzminden zugewiesen bekam. Seine Frau ist eine geboren Hattensauer
ebenfalls aus Braunschweig. Der Ehe ist ein Sohn entsprossen - der ein
Freund unseres Friedhelm ist. Sonntag befasste sich auch mal mit Gemeinde-
Politik und kam auch in den Gemeinderat. Dort hat er bald erfahren müssen,
dass es für Geistliche und Lehrer, was ihre Stellung in der Gemeinde anbelangt,
das Beste ist, wenn sie solchem Kampfplatz fernbleiben."(ebenda, S.21)

Der bereits pensionierte und dann doch wieder in den aktiven Dienst übernommene G. Vollmer geriet mit dem Lehrer Sonntag aneinander, ggf. auf weil beide im Lehrerhaus "... unter einem Dache wohnen und einen gemeinsamen Garten haben". (ebenda, S.21) (...) "Spielt dann noch der Einfluss der Frauen
mit hinein, kann leicht ein Streit daraus entstehen, der die Dorfbewohner
Partei nehmen lässt und so den Frieden einer ganzen Gemeinde in Gefahr
bringt und stört."(ebenda)

Am Ende verliess der verbitterte Vollmer Timmerlah und verstarb bald darauf.

"Hermann Sonntag erhielt die erste Stelle. lhm folgte
K u r t S a r t o r i u s,
der nur ein halbes Jahr hier war und dann
W i l h e l m W a l d m a n n
(1.1O.24) aus Wolfenbüttel, früher in Delligsen bei Alfeld, der Ostern
1930 nach Melverode ging. Waldmann ist verheiratet mit Adele geb. Bremer
aus Sickte, wo der Vater Kantor ist. Sein Nachfolger war
G u s t a v N e u m a n n,
Sohn eines Deckoffiziers, aus Wolfenbüttel, der die Lehrer - Akademie besucht
hatte. Sich mit den Landwirten bekannt zu machen, hat er unterlassen.
Er fühlte vielleicht selbst, dass Leute seiner Art und Gesinnung nicht
zu uns und auf's Dorf passen. " (ebenda, S.22f)

"Handarbeits - Unterricht
erteilten an der Timmerlaher Schule
Frau A u g u s t e G r ü n h a g e, geb. Runge
Ehefrau des Kuhfütterers Ludwig Grünhage,
Fräulein M a r g a r e t e M ü l l e r,
Tochter des Dachdeckermeisters Otto Müller, jetzt in Hainholz bei
Hannover verheiratet,
Frau A u g u s t e W i l l k e n s, geb. Welzel,
Ehefrau des Dreschmaschinenbesitzers Ferdinand Willkens.
Frau F r i e d a V o l l b r e c h t, geb. Krüger,
Ehefrau des Maurers Otto Vollbrecht.
Die vorgenannten Handarbeitslehrerinnen waren als solche weder
vorgebildet noch geprüft.
Seit Ostern 1930 unterweist die Mädchen die Handarbeitslehrerin
Fräulein E r i k a K l a u s aus Braunschweig, die gleichzeitig für
die Schulen in Broitzem, Stiddien und Gr .Gleidingen angestellt ist.
An Gehalt erhält dieses Fräulein im Monat 240.-M (soviel wie
ein Junglehrer)."(Cramm, S.25f)