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Die Sitzordnung

"Leider ist nicht näher bekannt, wie die Klassenaufteilung war, wann der Unterricht jeweils stattfand, und auch viele andere Dinge des täglichen Schullebens bleiben noch verborgen. Bekannt ist jedoch, dass Vollmer wöchentlich 29 und seine junge Kollegin 30 Stunden unterrichtete."(K.Sauer) - (Doch man darf an der Stelle nicht die vielen zusätzlichen Stunden zur Ausübung der "niederen Küsterdienste" vergessen!)
Doch ggf. erhalten wir Aufschluss durch das ....

(Frau Herta Schridde gehört zur Fam. Westphal. Die Frau von Otto Westphal war eine geborene Schridde.
Das Ehepaar hatte zwei Söhne: Otto und Rolf. Otto verstarb im Krieg. Die näheren Umstände werden an anderer Stelle erläutert. Rolf heiratete später Helga, geb...., D.h. Herta könnte die Großmutter des noch heute lebenden Matthias Westphal sein?)

Herta wurde von Ostern 1905 bis Ostern 1910 von Herrn Vollmer unterrichtet. Sie blieb stets in der I.Klasse, wechselte aber den Klassenplatz innerhalb der Mädchenklasse:
1/2 Jahr: Klassenplatz 22 bei 28 Schülerinnen
3/4 Jahr: Klassenplatz 21 bei 28 Schülerinnen
1 Jahr: Klassenplatz 20 bei 28 Schülerinnen
1 1/2 Jahren: Klassenplatz 11 bei 32 Schülerinnen
2 Jahren: Klassenplatz 13 bei 31 Schülerinnen
2 1/2 Jahren: Klassenplatz 4 bei 25 Schülerinnen
3 Jahren: Klassenplatz 4 bei 25 Schülerinnen
3 1/2 Jahren Klassenplatz 1 bei 18 Schülerinnen
4 Jahren: Klassenplatz 1 bei 17 Schülerinnen
4 1/2 Jahren: Klassenplatz 1 bei 18 Schülerinnen
5 Jahren: Klassenplatz 1 bei 18 Schülerinnen " ... wegen ihrer Konfirmation hiermit aus der Schule entlassen???"

In den fünf Schuljahren durchlief sie die "drei Klassen" mit jeweils 28 Mitschülerinnen, dann 32 bzw. 31 oder 25 und die letzte Lernstufe mit 18 bzw. 17 Mitschülerinnen.
Da es jedoch nur einen Klassenraum gab und alle zur selben Zeit unterrichtet wurden, waren in dem Schulraum durchschnittlich 68 Personen zzgl. Lehrer!

Durch die sich verändernde Sitzposition und die Anzahl der Schülerinnen erfahren wir indirekt, in welcher Lernstufe sich Herta befunden haben muss. d.h. wie die Leistung von Herta vom Lehrer Vollmer beurteilt wurde. Sicher ist, dass die älteren Schüler stets weiter rücken (entweder in Richtung Lehrer oder weiter weg).

"Im Winterhalbjahr gab es mittwochs und sonnabends drei bis vier und an den übrigen Wochentagen fünf bis sechs Stunden Unterricht. Das Sommerhalbjahr war in zwei Quartale eingeteilt; im ersten waren täglich vier bis fünf, im zweiten drei bis vier Stunden zu unterrichten. Diese Regelung war getroffen worden, damit die Kinder den Eltern auf dem Felde helfen konnten." (Dieter Henkel, Broitzem, Aus der Geschichte des Ortes, 1978, S. 43)